Die Spätromantik.
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Gebiete der Geschichtswissenschaft, und das hieß in den Geistes—
wissenschaften überhaupt, im Grunde unvermittelt zwei Er—
scheinungen nebeneinander entgegen: die Staatengeschichte mit
ihrem Aufbau in Motivenreihen und Ideenfolgen, und die
Kulturgeschichte in ihren Einzelerscheinungen: und höchstens
durch den gleichen Betrieb der niederen kritischen Methoden
erschienen die beiden auf dem Boden der gleichen Wissenschaft
miteinander verbunden.
War aber damit nicht die Möglichkeit gegeben, sie wenigstens
in einem philosophischen Systeme ein erstes Mal anzunähern,
um so mehr, als die höhere Methode der Staatengeschichte mit
der Ideenlehre unmittelbar in die Gebiete der Metaphysik
hinüberführte?1
Es ist der Zusammenhang, in welchem das letzte der
großen romantischen Philosophiesysteme, dasjenige Hegels, vor⸗
nehmlich fruchtbar geworden ist; es war das letzte Stelldich—
ein zugleich, das sich auf lange hin Wissenschaft und Welt-—
anschauung unter ausgesprochener Zulassung der Werte der
letzteren in die Wissenschaft schienen geben zu können: denn
schon begann die wissenschaftliche Bewegung zu überwiegen,
während die philosophisch-poetische zurücktrat: Hegels System
begrenzte die Romantik gegen die sich öffnenden Tore des
Realismus.
Hegel, 1770 zu Stuttgart geboren, war früh mit Schelling
befreundet, dem gleich er auf dem Tübinger theologischen Stifte
studiert hat. Nach einigen Hauslehrerstellungen von Schelling
im Jahre 1801 nach Jena gezogen, lehrte er dort mit diesem
bis zu dessen Abgang im Jahre 1803 in Eintracht und Freund—
schaft, trennte sich aber schon in der „Phänomenologie des
Geistes“ vom Jahre 1806 deutlich von ihm. Sein System hat
er aber eigentlich doch erst in der „Wissenschaft der Logik“,
seit 1812, und in der „Enzyklopädie der philosophischen Wissen—
schaften im Grundrisse“, 1817, aufgebaut. Seit 1818 Pro—
fessor an der Universität in Berlin, wo er 1881 der Cholera
erlag, hat er von da ab außer einer Rechtsphilosophie wenig
mehr veröffentlicht, um so mehr aber durch Vorlesungen gewirkt,