Viertes Kapitel.
Volitische Restauration; wirtschaftliche Jortschritte.
Nichts ist für die politische Geschichte des deutschen Volkes
in dem ersten Vierteljahrhundert nach den Freiheitskriegen
bezeichnender, als daß sie eigentlich nur dann verstanden werden
kann, wenn man sich vorher die Geschichte Europas, ja auch
noch der atlantischen Welt Amerikas in diesem Zeitraume vor—
führt. Nicht als ob der deutsche Wille in diesem gewaltigen
Kreise der erweiterten abendländischen Welt allseitig und lief
zur Geltung gebracht worden wäre. Ganz im Gegenteil: der
Deutsche hatte nirgends auch nur das geringste zu sagen; von
seinen beiden Großmächten schwieg Preußen ebenfalls beharr⸗
lich; und allein das nur noch halbdeutsche und immer weniger
deutsch werdende Osterreich ließ sich hören. Das, was die
äußere Geschichte unseres Volkes zu dieser Zeit charakterisierte,
war vielmehr nur die Tatsache, daß fast jedes große Ereignis
und jede Ereignissumme der europäisch-amerikanischen Entwick⸗
lung in seinem Tun und Denken zumeist so stark reflektierte,
daß diese zum Teil davon mit beherrscht wurden. So waren
wir kosmopolitisch nicht etwa aus dem Grunde, weil wir die
Welt beherrschten oder auch nur mit Herrscheraugen angesehen
hätten, sondern weil wir ihr untertan waren: in der Tat
untertan und untertan auch im politischen Denken.
Es ist in gewissem Sinne die Zeit größter politischer Er—
niedrigung innerhalb unserer gesamten Geschichte. Indes bleibt