Politische Restauration; wirts chaftliche Fortschritte. 367
bestürzt, als er von dem verräterischen Schritte erfuhr. Indes
schien einstweilen gleichwohl nicht zu viel zu befürchten. Die
Türkei lehnte die Vermittlungsversuche der beiden Mächte ab;
und der Sultan Mahmud raffte nun erst recht, unter blutiger
Abschaffung der prätorianisch gewordenen Janitscharen, alle
Kräfte der Türkei zum Kampfe zusammen.
Indes die Einigkeit der englisch-russischen Koalition blieb
doch bestehen, ja diese verstärkte sich durch Frankreich: denn in
Frankreich galten die Sympathien der Liberalen schon längst
der Freiheit Griechenlands, aber auch Karl X. empfand ritter⸗
lich fur die kämpfenden Helden. So kam es zur Annäherung
und schließlich zur Allianz zwischen diesen Mächten; am 6. Juli
1827. Danach wurde eine vereinigte Flotte der drei Mächte
in die griechischen Gewässer gesandt, um jeden Zusammenstoß
zwischen den Parteien zu verhindern; inzwischen sollte die Türkei
diplomatisch zum Nachgeben gezwungen werden. Indes die
Armada der Alliierten vernichtete am 20. Oktober 1827 bei
Navarino in dem Bestreben, Türken und Griechen zu trennen,
die türkische Flotte: ein gänzlich unerwartetes Ereignis,
welches das Verhältnis der Mächte zur Türkei von Grund
aus verschob.
Die Türken, schon bisher jeder Vermittlung abgeneigt,
begannen nun furchtbar zu rüsten; und ihre bedrohlichen Vor⸗
bereitungen konnten nur Rußland gelten. So kam ihnen
Rußland zuvor und nahm, nach anfangs ungünstigem Feld⸗
zuge, in dem Frieden zu Adrianopel vom 14. September 1828
der Türkei Gebiete in Asien ab: erzwang aber namentlich auch
das Versprechen, daß die Türkei sich in Sachen der Griechen
den Beschlüssen einer nach London zu berufenden Konferenz
fügen werde.
Die Londoner Konferenz aber erkannte darauf, in dem
Protokoll vom 8. Februar 1830, die Unabhängigkeit Griechen⸗
lands an, wenn sie auch seine territoriale Ausdehnung ziemlich
kärglich begrenzte. Dabei sollte das Land eine konstitutionelle
Monarchie erhalten, und König wurde ein deutscher Fürst, der
Wittelsbacher Otto J.