Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Frühromantik. 
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dem sich Parallelen in dem Verfalle der frühromantischen 
Geister in allerlei Gebundenheiten, insbesondere in die Geistes⸗ 
herrschaft des Katholizismus, ohne weiteres darbieten. Sie 
zeigt zugleich einen Verlauf, der nach allem, was schon er⸗ 
zählt worden ist, unvermeidbar war: sie bedeutet einen ersten 
großen Schritt zur Objektivierung der subjektiven Persönlichkeit. 
War aber in diesem ersten Falle schon eine von der Selbst⸗ 
herrlichkeit der frühromantischen Persönlichkeit ausgehende Be⸗ 
trachtungsart schließlich in den Ruhm der Selbstherrlichkeit 
des Absoluten und seiner Auswirkung wie in der Welt der 
Erscheinungen, so in den Einzelpersonen umgeschlagen, so war 
klar, daß der Weg der Philosophie, bei aller Freiheit des 
Denkens, in der Richtung stärkerer Entschleierungsversuche des 
Wesens und der Altualität des Absoluten weiterführen mußte. 
Dies ist nun in der Tat der Pfad, den die Philosophie 
Schellings eingeschlagen hat. Schelling, 1775 als Sohn eines 
württembergischen Landgeistlichen geboren, frühreif, 1798 auf 
Goethes Veranlassung zum Professor in Jena berufen, 1808 
Professor in Würzburg, dann, seit 1806, in München in hohen 
Ehren lebend, 1841 durch Friedrich Wilhelm 1V. als Prophet 
gegen den neuen Zeitgeist nach Berlin erbeten, ist im Jahre 
1854 auf einer Reise in der Schweiz gestorben. Für die Ent— 
wicklung des deutschen Denkens war er aber schon seit seiner 
Übersiedlung nach Würzburg von geringerer Bedeutung; und 
bereits gegen Schluß des ersten Jahrzehnts des 19. Jahr⸗ 
hunderts erlag er den rettungslosen Wirrnissen einer immer 
ungezügelter verlaufenden theosophischen Spekulation. Seine 
große Zeit war mithin die Jenenser, und seine einflußreichsten 
Werke blieben die ersten naturphilosophischen Bücher, welche 
er schrieb, nachdem er Herdersche und Fichtesche Ideen passiert 
hatte: die Ideen zu einer Philosophie der Natur (1797), das 
Buch von der Weltseele (1798), der erste Entwurf eines 
Systems der Naturphilosophie (1799) und auch noch das 
System des transzendentalen Idealismus (1800). 
In diesen Schriften ging Schelling von einem Gedanken 
aus, für den die damals im Vordergrunde des wissenschaftlichen
	        
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