676 Fünfundzwanzigstes Buch. Fünftes Kapitel.
herein gleich die Verdauung auf einige Tage gestört wird, und
das geschieht nur durch leidenschaftliche Erregung.“ Der Brief
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ihre Verzweigung in klerikale Kreise.
Bismarck suchte dieser in ihrem Dunkel teilweise ganz un⸗
faßbaren Feindschaften schließlich durch ein Radikalmittel Herr zu
werden: im April 1877 reichte er sein Entlassungsgesuch ein.
Er tat es um so eher, als er sich inzwischen längst den ge—
mäßigten Konservativen wieder mehr genähert hatte, als dem
schon im Sommer 1876 eine Umbildung der konservativen Partei
gefolgt war und als er selbst sich damals mit dem Plan einer
großen deutschen Wirtschaftsreform zu tragen begann, für den
er Erfolg nur bei völlig klargemachter Bahn erhoffen durfte.
Und in der Tat: die Kur verfing: während sich der Fürst,
dessen Entlassung vom Kaiser alsbald abgelehnt wurde, auf
zehn Monate nach Varzin zurückzog, um seine neue Politik
vorzubereiten, verstummten die konservativen Intransigenten; und
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anderen als den bisher bearbeiteten politischen Gebieten: Forde—
rungen, die auch die Stellung der extremen Konservativen zu ihm
zänzlich zu verändern geeignet waren.
Aus diesen Zusammenhängen ergibt sich nun für das Jahr
1873, daß Bismarck damals auf längere Zeit mit der Gegner—⸗
schaft der Konservativen überhaupt zu rechnen hatke. Eben bei Be—
ginn der Gesetzgebung gegen den Klerikalismus trat das alsbald
typisch in Erscheinung. Fast gleichzeitig mit den Kulturkampfs⸗
vorlagen, von denen schon die Rede war, und von denen den
Konservativen besonders das Schulaufsichtsgesetz nicht behagte,
wurde der Entwurf einer preußischen Kreisordnung eingebracht,
die von liberalem Geiste getragen war und in ihren Folgen
schwer in die alte Ordnung namentlich der ostelbischen Gegenden
eingreifen mußte: mit gleichem Eifer wurden beide Richtungen
der Gesetzgebung, die kirchliche wie die administrative, von den
Konservativen angegriffen.
Und das geschah in kirchlicher Richtung um so mehr, als
die Konservativen die Anwendung der hier einschlagenden Gesetz⸗