Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

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Fünfundzwanzigstes Buch. Drittes Kapitel. 
er gleichzeitig im Westen dem Danewerk so nahe, daß es zu 
ernstlichen Kämpfen kommen mußte, von denen dann voraus⸗ 
usehen war, daß sie die Dänen rasch zur Aufgabe des Dane— 
werks bestimmen würden. 
In der Tat geschah es so. Am J. Februar überschritt 
Prinz Friedrich Karl die Eider, versuchte vergebens Missunde 
zu nehmen, fand aber am 5. und 6. Februar weiter östlich bei 
Arnis einen Übergang, der ihn in den Nordosten des Danewerks 
brachte. Allein zu seiner Uberraschung fand er keine Dänen 
mehr vor. Diese hatten nämlich, von den sterreichern und 
der preußischen Garde heftig angegriffen, inzwischen das Dane— 
werk aufgegeben und sich nach Nordosten, auf Fredericia hin, 
zurückgezogen. Auf dem Rückzug kam es noch zwischen Oster⸗ 
reichern und Dänen am 6. Februar zu einem heftigen Gefecht 
bei Oeversee, wobei die österreichische Stoßtaktik, wie in dem 
Feldzuge überhaupt, Triumphe feierte; doch gelang es den 
dänen, Flensburg zu erreichen. Von hier aus ging der größte 
Teil des Heeres in die feste Stellung von Düppel, die, mit der 
Insel Alsen verbunden, den Zusammenhang mit dem Inselheere 
ficherte, während ein kleiner Teil nach Norden zur Verteidigung 
Jütlands abbog. 
Damit schloß der erste Teil des Feldzugs. Er kostete dem 
General de Meza seine Stellung, obwohl er seine Truppen nach 
Lage der Dinge meisterhaft geführt hatte. Der Pöbel in 
Kopenhagen wütete. 
Im übrigen entschloß man sich jetzt in Kopenhagen zum 
Widerstand aufs äußerste. Noch war man ja im Besitze der 
Düppeler Schanzen, des Brückenkopfes gleichsam zu der dänischen 
Inselwelt, die schließlich die reichsten Kräfte des Volkes barg; 
und noch immer glaubte man an tatkräftige Sympathien Frank— 
reichs, wie man nicht minder des Mißvergnügens der Eng—⸗ 
laͤnver über die deutschen Siege versichert war, wenn es sich 
schließlich auch nur in lärmenden Demonstrationen, nicht aber 
in wirklichem Eingreifen kundgab. 
Was aber schlimmer war, auch die deutschen Groß⸗ und 
Kleinmächte waren unter sich um diese Zeit keineswegs einig.
	        
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