DEUTSCHLAND. — Nassau (Finanzen).
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ihre Besitzungen. 181 6 starb ohnehin die üsinger Linie aus. Die Rhein
hundsacte hatte die Oranische Linie mediatisirt und ihre Besitzungen
theila dem Grossherzogthum Berg, theils dem Herzogthum Nassau etc.
ein verleibt. (Durch den Wiener Friedensschluss erhielt diese Linie
Luxemburg zur Entschädigung.) Durch Vertrag mit Preussen vom 31.
1815 trat Nassau Ehrenbreitstein ab, es erhielt Hadamar, ferner
Liez und Dillenburg zurück. Das jetzige nass. Gebiet umfasst Bestaiid-
theile von 23 früheren Staaten. — Verfassung vom 1. Sept. 1814, mo-
tlihcirt 1848, Octroyirungen 1851.
FiDanzen. Jährliche Budgets. Die Domänencasse wird getrennt ver-
''’altet von der Landcssteuercasse.
‘ Budget - Entwurf der Landes steuercasse für 1864 :
Einnahmen: a) Steuergefälle: Stempel 365,400 ; Regalien 174,702 (dar
unter Rheinzoll 12^,500, Post 12,000); Monopole 231,783 (darunterSalz 221,350);
Lonfirmationstaxen 164,000 ; Strafen 21,300; ausserorcl. Einn. 130,536 etc. ;
*ns., nach Abzug des Deficits bei der Strassenunterhaltung gegen die Chaussee
gelder etc., netto . ........... r083,6.50 fl.
b) Zollgefälle, mit Branntwein- u. Biersteuer 872,700 -
c) Staatseigenbahn 600,400 -
d) Zuschuss aus der Domänencasse .... 50,748 -
Zusammen 2’607,408 fl.
Ausgaben: Staatsministerium 208,084 (dabei: Landtag 30,000, Bundes-
Gesandtschaften u. Consulate 212,002); obere Gerichtsbehörden 140,500;
-Militär 800,328; Landesregierung 1’303,080 dabei : Lehranstalten 114,245, Me-
dicinalwesen 81,813, Land- u. Wasserstrassenbau 374,5.53, Beförderung der
Landwirthschaft u. Industrie 35,603, Landjägercorps 65,320, Strafanstalten
*•^>454); Finanzverwaltung 1’873,773 (dabei: Leibrenten, Pensionen etc. 218,757,
Staatsschuld 1*486,641, wovon 1*317 614 Eisenbahnschuld, ; Rechnungskammer
•^^,500, zus. 4*673,173 fl.
Die Stände setzten den Betrag der Ausgabe auf 4*650,360 fl. herab; den
'iben aufgezählten laufenden Einnahmen wurden sodann hinzugefügt: Ueber-
fchuss von 1863 435,053 fl., u. 5 Simpla der Grund-, Gebäude- u Gewerbsteuer
^/105,5(»0 = 1 *.527,560 fl. Darnach ergibt sich ein Deficit von 63,134 fl. (Im
Vorjahre wurden 6 Steuersimpla erhoben.)
Budget -Entwurf der herz. Domänencasse für 1861:
Einnahme: Forsten 600,000, Feldgüter 240,000, Weinberge 115,000,
ycundrenten 116,005, Badanstalten 153,000, Berg- u. Hüttenwerke 202,000,
^gh u. Fischerei 31,000, Mühlen- u. Bannrechte 5,000, Gebäude 0,000, Main-
*iill 37,523, Mineralwasserdebit 385,502, Zinsen von Activcapitalien 41,000,
ausserord. 13,000, verkaufte Früchte 160,000, zus. 2*108,030 fl.
i> .-'Ausgaben: Obere Verwaltung 85,256, I.asten und Senituten 60,303,
etriehskosten der Grundstücke, Bergwerke etc., sammt Steuer, Kosten des
Mineralwasserdebits (letzter allein 250,207 etc., 083,054, Pensionen etc. 101,631,
chuld 325,840, Zuschuss zur Landessteuercasse 50,748, Total 1*615,031. —
'mach Ueberschuss, dem Herzog, 402,000 fl.
Beide Cassen zus. haben sonach gegen 6 V* Mill Roheinnahme.
Wegen des Eigenthums der Domänen wurde oft hartnäckig gestrit-
liin. Der Herzog beanspruchte dieselben (sogar die Mineralquellen und
hen Mainzoll) als fürstliches Privateigenthum ; es wurde überdies vom
taate eine jährliche Rente von 140,000 11. gefordert für -- im J. 1808
^'ifgehobene — Leibeigenschafts - Gefälle, weil damals auch der
■'^del entschädigt worden sei. 1808 war von keiner Seite solcher Ent-
^hädigungsanspruch erhoben worden, namentlich nicht von den beiden
Herzogen, welche die Leibeigenschaft aufhoben ; damals flössen auch