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Bildende Kunst.
bei Manet ist das teilweis der Fall gewesen, noch mehr trat
dann die Wandlung bei seinen Nachfolgern, z. B. Degas ein.
Wir werden auf deutschem Boden in der Entwicklung der
Malerei wie auch in der Entwicklung der Dichtung dieselbe
Erscheinung wiederfinden: der psychologische Impressionismus
schlägt alsbald in den Idealismus der Stimmung um, der sich
als Symbolismus oder Neuromantik oder wie man sonst die
betreffenden Erscheinungen genannt hat, offenbart; und bei
stärkerer Entwicklung festerer Elemente einer ständigen Stim—
mung, d. h. bei dem leisen Auftauchen konstituierender Motive
einer Weltanschauung, kann sich dieser primitive Idealismus
dann zu höher stehenden, klareren Formen entwickeln, welche der
Ableitung des Wortes Idealismus von Idee entsprechen. Noch
an verschiedenen Stellen wird auf diese für die Entwicklung
des modernen Seelenlebens überaus bezeichnenden Umformungen
zurückzukommen sein.
Im übrigen versteht es sich, daß Manet nur der Be—
gründer, nicht der Vollender des psychologischen Impressionis—
mus der Malerei gewesen ist. Für uns liegt aber kein wesent⸗
licher Grund vor, die weitere Entwicklung in Frankreich noch
genauer zu verfolgen. Nur das sei bemerkt, daß sich für die
Gegenwart in Frankreich im ganzen und großen drei Richtungen
der Malerei unterscheiden lassen.
Eine erste taucht die Erscheinungswelt in eine Art hellen
Nebels, der den Umriß gänzlich zerflattern und die Dinge wie
durch eine unendlich weiche und dann noch verwischte Photo—
graphie hindurch erkennen läßt. Man könnte sie die Malerei
der Kurzsichtigen nennen. Sie ist zugleich die Malerei der
delikaten Farbenabstufungen und der Versuche, die Bilder auf
bestimmte Töne, ein zartes Grau etwa oder Gelb oder
Rosa, zu stimmen: die Malerei der Farbensymphonie. Vielfach
schließt sie sih an die Kunst Puvis de Chavannes an, die
sich, Wandmalerei und ein dekoratives Element der Baukunst
im höheren Sinne, in sehr hellen, duftigen Farbenharmonien
ergangen hatte. Im ganzen ist leicht zu ersehen, daß diese
Kunst, trotz der Verschleierung des Umrisses, doch im Grunde