Bildende Kunst.
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der Frau des Rossetti zu verweisen, hier auf die edle Kunst
Millets und — ziehen wir neben der Malerei auch die Bildnerei
mit heran und rechnen wir Belgien zu Frankreich — auf des
Maler⸗-Bildners Meunier wunderbare Idealisierungen des vierten
Standes. Und gewiß ist es kein Zufall, daß überall in dieser
Übergangszeit eine idealistische Kunst einsetzte; wir werden die
besonderen Ursachen dieser Erscheinung noch später betrachten.
Aber in Deutschland war diese Übergangszeit besonders lang,
so daß sich dieser Idealismus, durch bedeutende Meister ver—
treten, ganz anders ausleben konnte als bei den Nachbarn des
Westens; hier ist der Punkt, wo uns die bei uns so besonders
schwierige und verzögerte Entwicklung des technischen Impressio—
nismus zu gute kam. Denn so konnte es geschehen, daß Werke
dieses Idealismus noch heute entstehen, während der erste Meister
dieser Richtung, Feuerbach, schon Ende der fünfziger und während
der sechziger Jahre die für ihn entscheidenden Werke schuf: —
länger als ein Menschenalter hat in unseren raschlebigen Zeiten
im Grunde ein und dieselbe Erscheinung, wenn auch in gewissen
Abwandlungen, die Aufmerksamkeit der Zeitgenossen gefesselt.
2. Feuerbach, 1829 geboren, in Umriß und Komposition
anfangs vornehmlich durch Couture bestimmt, den französischen
Historienmaler, der zu gleichen Teilen etwa aus der Romantik
seit Delacroix und aus dem Klassizismus des Ingres herkam,
in der Farbe von seinem venetianischen Aufenthalt ab im
besten Sinne Schüler Tizians, steht, wie man sieht, der äußeren
Form nach am Ausgang des technischen Historismus. Und hat
er diesen später in der Farbe zu Gunsten eines überaus ver—
minderten Kolorismus, in Umriß und Komposition zu Gunsten
einer viel stärkeren Betonung des Zeichnerischen verlassen, so
war das gewiß ein Schritt über das Gebiet des Historismus
hinaus, aber keineswegs so ohne weiteres zu Gunsten irgend
eines Impressionismus. Was seine Werke dennoch an die
Spitze der Übergangsidealisten setzt, sind Eigenschaften der
inneren Form. Wie sein tieftragisches „Vermächtnis“ in so