Dichtung.
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Ihr aber, meine Sinnen,
Auf, auf, ihr sollt beginnen,
Was eurem Schöpfer wohlgefällt.
Wo bist Du, Sonne, blieben?
Die Nacht hat dich vertrieben,
Die Nacht, des Tages Feind:
Fahr hin, ein ander Sonne,
Mein Jesus, meine Wonne,
Bar hell in meinem Herzen scheint.
Der Tag ist nun vergangen,
Die güldnen Sternen prangen
Am blauen Himmels Saal:
Also werd' ich auch stehen,
Wenn mich wird heißen gehen
Mein Gott aus diesem Jammerthal.
Matthias Claudius (1779):
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.
schweiget
Wie ist die Welt so stille
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Rerschlafen und vergessen sollt.
Otto Julius Bierbaum:
Die Nacht ist niedergangen,
Die schwarzen Schleier hangen
Nun über Busch und Haus.
Ldeis rauscht es in den Buchen,
Die letzten Winde suchen
Die vollsten Wipfel sich zum Neste aus.
Noch einmal leis ein Wehen,
Dann bleibt der Atem stehen
Der müden, müden Welt.
damprecht, Deutsche Geschichte. Erster Ergänzungsband.