Full text: Tonkunst, Bildende Kunst, Dichtung, Weltanschauung (E,1.1902)

Dichtung. 
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Ihr aber, meine Sinnen, 
Auf, auf, ihr sollt beginnen, 
Was eurem Schöpfer wohlgefällt. 
Wo bist Du, Sonne, blieben? 
Die Nacht hat dich vertrieben, 
Die Nacht, des Tages Feind: 
Fahr hin, ein ander Sonne, 
Mein Jesus, meine Wonne, 
Bar hell in meinem Herzen scheint. 
Der Tag ist nun vergangen, 
Die güldnen Sternen prangen 
Am blauen Himmels Saal: 
Also werd' ich auch stehen, 
Wenn mich wird heißen gehen 
Mein Gott aus diesem Jammerthal. 
Matthias Claudius (1779): 
Der Mond ist aufgegangen, 
Die goldnen Sternlein prangen 
Am Himmel hell und klar; 
Der Wald steht schwarz und 
Und aus den Wiesen steiget 
Der weiße Nebel wunderbar. 
schweiget 
Wie ist die Welt so stille 
Und in der Dämmrung Hülle 
So traulich und so hold! 
Als eine stille Kammer, 
Wo ihr des Tages Jammer 
Rerschlafen und vergessen sollt. 
Otto Julius Bierbaum: 
Die Nacht ist niedergangen, 
Die schwarzen Schleier hangen 
Nun über Busch und Haus. 
Ldeis rauscht es in den Buchen, 
Die letzten Winde suchen 
Die vollsten Wipfel sich zum Neste aus. 
Noch einmal leis ein Wehen, 
Dann bleibt der Atem stehen 
Der müden, müden Welt. 
damprecht, Deutsche Geschichte. Erster Ergänzungsband.
	        
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