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Dichtung.
der großen dramatischen Aufgaben der Zukunft, auf die eine
gewaltige, klare und echte Linie der Entwicklung bereits von
Goethes „Götz“ und Schillers „Tell“ her hinweist. Sollen auf
der Bühne wieder die großen Angelegenheiten der Menschheit,
nicht bloß die Fragen der mehr privaten und intimen Kreise
des Lebens verhandelt werden, so muß der Schritt zu dem
großen kulturhistorischen Drama und im besonderen auch zum
sozialen Drama der Vergangenheit gethan werden.
Gerhart Hauptmann hat dem naturalistisch-⸗impressionistischen
Drama in Deutschland als deutscher Dichter die vornehmlichste
Bahn gebrochen. Neben ihm aber steht noch eine ganze Reihe
von teilweis nicht unbedeutenden Dichtern, die man doch nicht
nur als seine Schüler, ja nicht einmal bloß als seine Um—
gebung oder als seine Nachfolger bezeichnen kann: von denselben
allgemeinen Tendenzen der Entwicklung erreicht und gehoben,
haben sie zum großen Teil selbständig ihren Weg gemacht, —
soweit denn überhaupt einem Individuum innerhalb der
treibenden sozialpsychischen Kräfte seiner Zeit Selbständigkeit zu
wahren vergönnt ist. Werden sie hier kürzer behandelt, so liegt
das in der Konsequenz eines Verfahrens, dessen Absicht vor allem
auf gedrungene Darstellung geht, und dem es deshalb von
Wert war, einen Dichter, und natürlich den wichtigsten, als
für eine ganze Richtung repräsentativ herauszugreifen.
Von diesen Dichtern wäre an erster Stelle wohl Max
Halbe (geb. 1865) zu erwähnen mit seinen Dramen „Eis—⸗
gang“ (1892), „Jugend“ (1893), „Mutter Erde“ (1898) und
„Die Heimatlosen“ (1899). Halbe ist vor allem Virtuos der
Zustandsschilderung, bleibt aber auch gern in dieser stecken.
Da, wo es ihm gelungen ist, die behagliche Breite eines
dramatischen Impressionismus mit den Katastrophengesetzen
des alten Dramas innig zu durchdringen, hat er am meisten
den Sinn des großen Publikums der neunziger Jahre getroffen:
darum war damals die „Jugend“ sein erfolgreichstes Drama.
Noch feiner und sicherer in der impressionistischen Technik als
Halbe ist vielleicht Georg Hirschfeld (geb. 1873), und in der
Schärfe der Beobachtung übertrifft er selbst Hauptmann, —