Weltanschauung.
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selbst wiederholen. Und schon die Sprache versagt hier; sie stellt
jene Unsumme von Abschattierungen der Wörter und der hinter
diesen stehenden Begriffe nicht zur Verfügung, deren es als
Materials bedürfen würde, um die einzelnen Nuancen des Ge—
mäldes der Wirklichkeit entsprechend herauszubringen. Und sie
versagt dabei sogar schon für die Schilderung der Gegenwart,
obwohl doch zu deren Beleuchtung gerade ihr heutiges Material
am ehesten beitragen könnte; und sie versagt in noch viel
höherem Grade — und je weiter rückwärts, um so stärker —
für jene Vergangenheiten, auf deren Wiedergabe auch nur im
groben der gegenwärtige Charakter ihres Körpers und ihres
Baues nicht mehr zugeschnitten ist. Aus diesem Zusammenhang
ergeben sich jene trostlosen Stunden des Geschichtschreibers, der
bestimmte Gegensätze und Schattierungen der Vergangenheit
deutlich fühlt, zugleich aber sich außer stande sieht, sie mit den
vorhandenen Sprachmitteln schlagend auszudrücken. Man könnte
da im ersten Augenblick wohl an eine neue Terminologie zur
Ausfüllung der Lücke denken. Aber eine solche Terminologie
würde unendlich sein, hieße mindestens die Wiederbelebung aller
alten Sprachmittel, in denen vergangenes Seelenleben sich jemals
verkörpert hat! Unmöglich — nur um die Festlegung einiger
grober und gröbster Beziehungen der allerwichtigsten Unterschiede
vergangenen Seelenlebens kann es sich wenigstens zunächst
handeln, so, wie sie etwa bisher in der Einordnung der Entwick—
lung menschlicher Gemeinschaften in gewisse psychische Perioden
vor liegt!.
Und nun das weitere Problem! In den Rahmen jener
feinen Übergangsnuancen zwischen polaren Gegensätzen einer
geschichtlichen Entwicklung, die sich eben noch aufstellen lassen,
find jetzt wiederum jene einzelnen Persönlichkeiten möglichst
individuell einzuzeichnen, die vornehmste Träger dieser Nuancen
gewesen sind! Die einzelne Schattierung in ihrem Verhältnis
zu den vor und nach ihr liegenden Schattierungen giebt den
Standpunkt ab, von dem aus die Rundgestalten der Individuen,
die für sie charakteristisch sind, zu Flachbildern historischen
1 S. oben S. 69ff.