Weltanschauung.
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logie erst im Verlauf des subjektivistischen Zeitalters aus
einer dienenden Stellung gegenüber der Metaphysik aus—
geschieden. Nachdem die Unterscheidung Wolfs zwischen meta—
physischer (rationaler) und empirischer Psychologie dieser
Emanzipation vorgearbeitet hatte, entwickelten sich seit der
Mitte des 18. Jahrhunderts, etwa seit Creuzers Versuch über
die Seele, während der Perioden der Empfindsamkeit, des
Sturmes und Dranges und teilweis auch noch des Klassizismus
verheißungsvolle Anfänge einer empirischen Psychologie; zahl—
reiche Beschreibungen seelischer Vorgänge häuften sich in eigens
für sie begründeten Zeitschriften an, eine Unsumme von
Materialien zur Seelenkenntnis in individualpsychischer wie
sozialpsychischer Hinsicht wurde herbeigeschleppt: es waren Vor—
gänge, die an die psychologische Bewegung seit den fünfziger
und sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts erinnern, nur daß
diese neuere Bewegung gegenüber der früheren einen starken
Gradunterschied zu ihren Gunsten aufweist. Diese ganze Ent—
wicklung begann aber gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu
stocken, wie so viele andere radikal-subjektivistische Anfänge: der
Klassizismus brachte eine Verquickung und innige Durchdringung
der neuen Tendenzen mit den älteren rationalistischen, die einer
empirischen Psychologie unmöglich günstig sein konnte; und
Kant, der Held des Vorganges dieser Durchdringung auf
philosophischem Gebiete, erklärte eine reine Erfahrungswissen—
schaft von der Seele für unmöglich, da auf dem psychologischen
Arbeitsgebiete weder die mathematische Praxis noch das Expe—
riment, die einzigen eigentlich sicheren Methoden der Wissen—
schaft, angewandt werden könnten.
Und nun folgte die Identitätsphilosophie, die von allen
psychologischen Begriffen der Zeit nur des am wenigsten empi—
rischen, der Einheitlichkeit nämlich unseres Ichbewußtseins, der
Kantschen transcendentalen Apperzeption, bedurfte: — die
Zeiten psychologischer Fortschritte schienen vorüber. Und gleich—
zeitig mit dem individualpsychologischen Zweig der Forschung
verdorrte auch der sozialpsychologische: weder wurde die Hilfs—
wissenschaft der Statistik seit Ausgang des 18. Jahrhunderts