Tonkunst.
F
misch-architektonischen Formen der klassischen Zeit schon ver—
lassen? In vielen kleineren Gattungen noch nicht, wenngleich
die Zahl der freieren Bildungen auch hier schon die der alten,
gebundenen überragt. In den großen Gattungen dagegen ist
das Streben nach einer neuen Eurhythmie im Sinne der Ver—
einheitlichung und organischen Durchführung einer bestimmten
Stimmung ganz unverkennbar. Weit geht es zurück; schon
Beethovens „Sonata quasi una fantasia“ kann in diesem Zu—
sammenhang genannt werden. Und bereits um die Mitte des
19. Jahrhunderts hat es in Deutschland zu den Keimen einer
neuen Form, der der symphonischen Dichtung, geführt; Liszts
violleicht erstes hierhergehöriges völlig klares Werk, die Musik—
dichtung nach V. Hugos ‚Ce qu'on entend sur la montagne“
ist 1849 vollendet, 18834 auf einem Hofkonzerte zu Weimar
zuerst gespielt, 1857 veröffentlicht worden.