Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Ganz wie es sich gehörte, wurde der Kampf bis vor das 
Gericht gebracht. Einundzwanzig verschiedene Prozesse 
wurden von Gould und Fisk angestrengt und ein ganzes 
Bündel gerichtlicher Verbote dadurch erlangt. Die Morgan- 
Partei focht heftig dagegen. Aber solange der juristische 
Kampf sich auf die Gerichtshöfe der Stadt New York 
beschränkte, war der Sieg Goulds und Fisks sicher. Und 
zwar darum, weil Richter des obersten Gerichtshofes, wie 
Barnard und Cardozo, früher Werkzeuge Vanderbilts, 
jetzt Goulds Sklaven waren und alles taten, was er befahl. 
Sehr bald trat eine erbauliche Situation ein. Jede Partei 
war so leidenschaftlich entschlossen, die andere hinaus- 
zustoßen, daß die Eisenbahn in einen Zustand vollständiger 
Unordnung geriet und nicht mehr in Betrieb erhalten 
werden konnte. Das Volk war, nachdem es ı Million 
Dollar öffentlichen Geldes für ihren Bau ausgegeben hatte, 
gezwungen, zuzusehen, wie die beiden Parteien, von denen 
keine einen Dollar für ihren Bau angelegt hatte, das Eigen- 
tumsrecht beanspruchten und einander mit gerichtlichen 
Befehlen und Verboten in den Weg traten. 
Der Ausgang war zweifelhaft, blieb es aber nicht sehr 
lange. Gould und Fisk wurden auf kluge Weise ver- 
leitet, einen Kontrakt zu schließen, der in der Folge zu 
ihrer vollständigen Niederlage führte. Der Kontrakt hatte 
folgenden Inhalt: Die beiden streitenden Parteien hätten, 
da sie zu keiner Einigung kommen konnten, im gegen- 
seitigen Übereinkommen beschlossen, Gouverneur Hoff- 
mann schriftlich mitzuteilen, daß es unausführbar ge- 
worden sei, die Eisenbahn in Betrieb zu erhalten, und daß 
daher die Einsetzung eines Staatsbeamten erwünscht sei, der 
sie bis zur Neuwahl von neuen Direktoren leiten solle. Diese 
Mitteilung wurde am 11. August 1869 an Gouverneur Hoff- 
mann geschickt, und ihre Vorschläge wurden angenommen. 
Beide Parteien des Betruges angeklagt 
Weniger als einen Monat später wurden gesonderte 
Wahlen abgehalten; wieder beanspruchte jede Partei, daß 
ihre Direktoren gewählt würden. Weitere Prozesse folgten.
	        
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