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dessen wir glücklicherweise habhaft werden konnten, ist das
Werk jener Versammlung klar. Der Name der Organisation
sollte sein: „Interstate Commerce Railway Asso-
ciation“, ihr wesentlicher Zweck das Aufhören der Kon-
kurrenz unter ihren Mitgliedern. Aber wie sollte irgendein
Magnat verhindert werden, mit einem andern zu kon-
kurrieren, oder von einem Eingriff in das Gebiet eines anderen
zurückgehalten werden? Welche Strafen sollte es geben,
und wie konnten sie erzwungen werden? Sicherlich konnte
kein Gesetz angerufen werden, um die Durchführung eines
solchen Übereinkommens zu erzwingen, denn das Gesetz
untersagte Ringbildungen ausdrücklich, und jede Gesetz-
gebung würde nicht nur unwirksam sein, sondern die Aus-
dehnung des ganzen verbrecherischen Paktes aufdecken.
Morgan erläßt ein Ultimatum
Es gab jedoch eine weit größere Macht als die des Ge-
setzes, die Macht des aufgehäuften Geldes. Wäre irgend-
einer der anwesenden Magnaten geneigt gewesen, dem vor-
bereiteten Programm zu widersprechen, so wurde ihm die
Strafe sofort klar vor Augen geführt, als Morgan ver-
kündete:
„Ich bin, wie ich glaube, in bezug auf die hier vertretenen
Bankhäuser zu der Erklärung autorisiert, daß, wenn eine
Organisation auf der von der Kommission unterbreiteten
Grundlage und mit einem unter Beteiligung der Bankiers
gebildeten Exekutivkomitee, das seine Vorkehrungen soll
durchsetzen können, praktisch möglich ist, diese Bankhäuser
für den Bau von Parallellinien oder zur Erweiterung von
Linien, die nicht von jenem Exekutivkomitee gebilligt
worden sind, keine Geschäfte mit Wertpapieren machen
und auch alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um
solche Geschäfte zu verhindern. Ich möchte, daß dieses
deutlich verstanden wird.“
Die Drohung oder das Versprechen, wie man es verschie-
den auslegen konnte, wurde zweifellos verstanden. So un-
geheuer groß auch der Reichtum der anwesenden oder ver-
tretenen Magnaten war, nicht einer von ihnen oder eine