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gebühren dafür, daß er die Eisenbahn auf solche Weise
„reorganisierte‘“, daß die kleineren Aktionäre hinausgedrängt
wurden und der Besitz sich zum großen Teil in seiner
Person konzentrierte, wahrscheinlich aus mehreren Mil-
lionen bestanden haben. Er ist daher teilweise, wenn auch
nicht tatsächlich, für die im Jahre 1905 ihm entschwundenen
10 Millionen Dollar entschädigt worden. °
Ein Kampf der. Magnaten
Das übliche tägliche Bukett von Neuigkeiten wurde im
Mai 1901 plötzlich durch die Nachricht belebt, daß eine
Reihe großer Magnaten sich Hals über Kopf in einen er-
bitterten Kampf gestürzt habe. Es gab einen ungewöhn-
lichen Aufruhr in hohen Kreisen. Morgan, James J. Hill,
die Rockefellers und Harriman, die Vanderbilts und andere
höchste Persönlichkeiten waren in den Kampf verwickelt.
Hier gab es in der Tat aufregende Neuigkeiten. Was be-
deutete diese heftige Erregung unter den Hochstehenden ?
Womit fing sie an und womit würde sie enden?
Den Anlaß dazu gab Hills Versuch, den Einfluß der
andern beteiligten Magnaten zu untergraben. Offenbar
war dies eine Handlung, die vergeltende Maßregeln hervor-
Tufen mußte. Hill hatte seiner Alleinherrschaft über die
Great Northern-FEisenbahn, einer sich durch den Nord-
westen und Canada erstreckenden Linie, kürzlich einen
leitenden Einfluß auf die Northern Pacific-Eisenbahn hinzu-
gefügt, die ein parallel laufendes Gebiet durchkreuzte. Die
Inangriffnahme und der Bau der Northern Pacific-Eisen-
bahn waren wie gewöhnlich voll von Bestechung und poli-
tischer Korruption, von Diebstählen großer Strecken Acker-
landes, Bauholz- und Grubengebietes. Von verschiedenen
Finanziers ausgeplündert, war die Northern Pacific zum
Bankrott gezwungen worden. Dann hatte Hill sie in seine
Gewalt bekommen.
Nun erweiterte sich sein Gesichtskreis. Warum sollte er
Nicht. einen direkten Anteil an dem in Chicago zusammen-
laufenden ungeheuren Handelsverkehr haben? Um das zu
erreichen, machte er sich daran, in die Herrschaft über