Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Standard Oil-Gesellschaft, der die General Electric Com- 
pany gehörte, lange im Wege gewesen. Die Standard Oil- 
Gesellschaft übte während der Panik einen finanziellen 
Druck aus, der die Westinghouse-Gesellschaft bald in Ver- 
wicklungen brachte, aus denen sie sich nur dadurch befreien 
konnte, daß sie in den Besitz der Standard Oil-Gesellschaft 
überging. Und in den Konferenzen, die die Finanziers von 
Wallstreet in den ersten Tagen der Panik abhielten, erfuhr 
Morgan, daß die Herrschaft über die Tennessee Kohlen- und 
Eisengesellschaft von John W. Gales und seinen Gesell- 
schaftern zur Erlangung von Darlehen an die Trust Com- 
pany of America abgetreten worden war. Das war eine 
Nachricht von höchstem und bedeutungsvollstem Werte. 
Der Stabltrust verschlingt einen gefährlichen Konkurrenten 
Die Tennessee Kohlen- und Eisengesellschaft war der ge- 
fährlichste Konkurrent des Stahltrusts. Sie war der einzige 
große Konkurrent, der seine eignen Eisenerzlager und 
Kohlenvorräte besaß. Bei dem Sturz im Jahre 1907 ge- 
hörten ihr, wie man schätzte, 500 bis 700 Millionen Tonnen 
Eisenerz, 2000 Millionen Tonnen Kohlen und „sehr 
große Mengen Fluß und Flußmittel‘“. Alle diese Kohlen- 
lager befanden sich in einem Umkreis von dreißig Meilen 
von ihrer Fabrikanlage in Birmingham, Ala!). Die Be- 
sitzer dieser Gesellschaft planten Verbesserungen, die sie 
zu einem noch ernsthafteren Konkurrenten des Stahltrusts 
gemacht hätten, und sie hatten Pläne in Vorbereitung zur 
Verschmelzung der Republic Steel Company mit ihrer 
eignen Korporation. Überdies stand die Tennessee Kohlen- 
und Eisengesellschaft in der Entwickelung des Flammofen- 
systems zur Herstellung von Stahlschienen an erster Stelle. 
Ihre Schienen wurden stärker gefragt und brachten höhere 
Preise als die des Stahltrusts. 
In der schwierigen finanziellen Lage der Trust Company 
of America sahen die gemeinsam arbeitenden Interessen 
von Morgan und Rockefeller ihre große Gelegenheit, die 
1) Zeugenaussage vor der gerichtlichen Senatskommission der Vereinigten 
Staaten am 2, Februar 1909,
	        
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