Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

621 
vielleicht 5 Millionen Arbeiter in den Vereinigten Staaten 
ohne Arbeit und konnten keine bekommen, Berichte der 
Wohltätigkeitsorganisationen aller Städte zeigten, daß alle 
Städte von Obdach- und Arbeitslosen überfüllt waren. 
Überall herrschte Mangel, und Fälle von Hungertod bei 
Männern, Frauen und Kindern waren häufiger, als die amt- 
lichen Berichte aufzudecken wagten. Die Gefängnisse 
überall im Lande waren mit Männern überfüllt, die, von 
der Arbeit vertrieben, für Landstreicher erklärt und ver- 
urteilt worden waren. Viele Obdachlose begingen absicht- 
lich irgendeine Gesetzesübertretung, um ins Gefängnis ge- 
schickt zu werden. Dort bekamen sie wenigstens Obdach 
und Nahrung. Viele Städte faßten den Plan, die Arbeits- 
losen vorsichtig zu vertreiben. Überall nahmen die Ver- 
brechen zu; viele Arbeiter, zu äußerster Not getrieben, 
stahlen und wurden natürlich ins Gefängnis befördert. 
Die Sozialethische Liga der Stadt New York berichtete, 
daß im Zeitraum von sechs Monaten die Zahl der Ver- 
brechen um 50% zugenommen habe. 
Überall herrschte Mangel und Hungertod, und was tat 
die Regierung des Landes, der Staaten, der Städte für die 
Arbeitslosen? Nichts, außer daß sie dreinschlug und eine 
Schreckensherrschaft führte, wenn sie sich anmaßten, 
Straßenversammlungen abzuhalten, um für das Recht auf 
Arbeit zu sprechen. 
Eine noch zu verfolgende Laufbahn 
Das ist im Umriß die wahre Geschichte der Laufbahn des 
großen „Retters des Landes‘. Aber das ist nicht alles. 
Morgan ist zweifellos in sehr zahlreiche andere Unterneh- 
mungen verwickelt gewesen, deren Einzelheiten niemals 
öffentlich bekannt geworden sind. Einige Ereignisse 
neuesten Datums sind jedoch ziemlich gut bekannt. Er und 
andere amerikanische Bankiers waren mit dem Unterbringen 
einer Anleihe von 27 500 000 Dollar bei europäischen Ban- 
kiers unzufrieden und drangen in die Regierung der Ver- 
einigten Staaten — ihre Regierung —, ihnen einen Anteil 
daran zu sichern. Auch ist es nicht so lange her, daß
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.