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Syndikat gebildet und die Ansprüche der Cunninghams
übernommen hatte. Am 18. Februar 1910 erschienen
John N. Steele, der Generalanwalt des Syndikats, und Ste-
phen Birch, sein leitender Direktor, in Alaska, freiwillig vor
der aus beiden Häusern des Kongresses gebildeten Kommis-
sion und machten jene Aussage, stellten es auch in Abrede,
daß das Syndikat jemals Geld, Landbewilligungen oder be-
sondere Rechte von der Regierung erhalten habe. Die Aus-
sage wollte die durch Strohmänner bewirkten ungeheuer
großen Betrügereien bei dem erfolgreichen oder versuchten
Erlangen von Mineral-, Bauholz- und Wasserkraft-Gebieten,
die auf Hunderte von Millionen, wenn nicht Milliarden
Dollar geschätzt wurden, aufdecken und dadurch zeigen,
daß die in der Zeit der Ansiedlung begonnene Wegnahme
von Land durch mehr als drei Jahrhunderte bis zur Gegen-
wart ohne irgendeine ernste Unterbrechung fortgesetzt
worden ist.
Morgan, der seine Laufbahn während des Bürgerkrieges
mit dem Verkauf jener unbrauchbaren Flinten an die
Unionsarmee begann, ist erfolgreich weiter geschritten,
bis er zuletzt als ein finanzieller Koloß und einer der tat-
sächlichen Herrscher des Landes alles überragte. Er lebte
in einem glänzenden Herrenhause in der Madison Avenue
in New York und baute an dieses, zu seinem eignen Ge-
nuß, eine schöne, geräumige, marmorne Kunstgalerie an, die
voll der kostbarsten Kunstwerke ist. Er zeigte eine Leiden-
schaft für die Literatur, und seine Bibliothek ist sehr aus-
gedehnt. Er beherrschte sogar die Moral der andern Leute,
wie eine Unterbrechung der Oper „Salome“ bei ihrer ersten
Aufführung im Metropolitan Opera House zeigt, von dem er
2in Patron und Direktor war. Geld, Größe, Ansehn, Macht
— alles gehörte ihm. Und die ganze Zeit über sind die Ge-
fängnisse voll von kleinen Dieben,