— 647 —
Dieses System enormen Diebstahls war so tief eingedrun-
gen, daß, wenn ein ehrlicher Regierungsbeamter den Ver-
such machte, das Gesetz durchzuführen, alle Holzinter-
essenten ihn und sein Vorhaben zu diskreditieren und seine
Absetzung herbeizuführen suchten.
Die Geschichte einer von Hill erworbenen Eisenbahn!)
Die versuchte widerrechtliche Aneignung öffentlichen
Landes in Minnesota nahm im Jahre 1854 ihren Anfang,
als durch Lobbyisten im Kongreß mit Hilfe von Bestechun-
gen ein Gesetz durchgebracht wurde, das der Minnesota-
und Northwestern - Eisenbahngesellschaft auf Umwegen
neunhunderttausend Morgen öffentlichen Landes verlieh.
Der darauffolgende öffentliche Skandal erzwang den Wider-
ruf jenes Gesetzes. Aber andere Gesetze wurden im Jahre
1857 mit Hilfe desselben erprobten Bestechungsverfahrens
im Kongreß durchgebracht, die, zwar indirekt, aber tat-
sächlich verschiedenen Eisenbahnkorporationen ein Ge-
schenk von sechs Millionen Morgen Staatsland in Minnesota
machten.
Eine dieser am 3. März 1857 genehmigten Maßnahmen
des Kongresses gewährte dem "T’erritorium von Minnesota
zum Besten der Minnesota and Pacific Railroad Company
eine große Landbewilligung. Die weitere Geschichte dieser
Eisenbahn ist früher ausführlich beschrieben worden,
Hill beginnt, wo Sage aufhört
Hill und seine Gesellschafter begannen, wo Sage aufhörte.
Hill sah, daß die Gelegenheit vorhanden war, für beinahe
nichts eine fünfhundert Meilen lange Eisenbahn und eine
Landbewilligung von mehr als zwei und einer halben
Million Morgen zu erlangen. Wie stellte er es an? Nach
Farleys wiederholten Darlegungen bei späteren gericht-
lichen Verhandlungen hatten Hill und Norman W. Kittson
mit ihm (Farley) eine strafbare Verabredung getroffen,
1) Executive Documents, First Session, Thirty-third Congreß, 1853—1854,
Bd. 24, Doc. Nr. 113, 9.