Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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1898, das dafür Sorge trug, daß Inspektoren die an Land- 
bewilligungs-Bahnen gelegenen Ländereien untersuchen 
und feststellen sollten, welche mineralisch seien und welche 
nicht, damit für mineralische Gebiete nach jenem Datum 
keine Patente ausgestellt werden sollten; aber das Unheil 
war schon fast ganz geschehen?).“ 
Pettigrews Darlegungen werden jedoch von Villards 
Freunden, die den Anspruch erheben, die Sache zu kennen, 
bestritten. Sie leugnen, daß die Northern Pacific auf diese 
Art Patente erhalten habe. Keine Patente, behaupten sie, 
seien während der herrschenden Bewegung von der Eisen- 
bahn erlangt oder ihr gewährt worden. Sie fügen hinzu, 
daß die vom Kongreß eingesetzte Kommission nur berech- 
tigt war, Patente für nichtmineralisches Land auszugeben. 
Wenn Bestechung angewandt worden ist, um mineralisches 
Land unter dem Vorgeben, daß es nichtmineralisch sei, 
zu erlangen, dann sei es nicht wahrscheinlich, daß Villard 
persönlich es gebilligt habe. 
Ungefähr während dieser Zeit, am 15. August 1893, 
machte die Northern Pacific-Eisenbahn bankrott. 
Unter dem Vorwande, daß die Eisenbahn in armseliger 
finanzieller Verfassung sei, beschnitten die Verwalter die 
Löhne der Eisenbahnangestellten. Diese Arbeiter wußten, 
daß sie so besteuert wurden, um den Eisenbahnschatz für 
einen Teil der von den Finanziers geraubten immensen 
Summen schadlos zu halten; sie erhoben jedoch keine offi- 
1) In einem Privatbrief an den Verfasser erzählt. Die Tatsache, daß einflußreiche 
Mitglieder des Kongresses gleichzeitig bezahlte Anwälte für Landbewilligungs- 
Eisenbahnen waren und in dieser Eigenschaft im Kongreß wirkten, veraplaßte die 
Einbringung einer Vorlage in dem Senat der Vereinigten Staaten am 1. Juni 1886 
durch Senator Beck aus Kentucky, wonach es keinem Mitgliede des Kongresses 
mehr erlaubt sein sollte, als Anwalt oder Vermittler für irgendeine Eisenbahn, die 
vom Kongreß eine Landbewilligung erhalten hat, tätig zu sein. In der Debatte 
über seine Maßnahme führte am 22. Juni 1886 Senator Beck aus: „Wird irgendein 
Herr darauf bestehen, daß jemand, der der Anwalt irgend einer Eisenbahn ist, 
jemand, der in irgendeiner Weise von irgendeiner dieser Bahnen abhängig ist, 
wenn diese großen Fragen, bei denen es sich vielleicht um fünfzig oder hundert 
Millionen für das mit Steuern belastete Volk dieses Landes handelt, zur Entschei- 
dung kommen, die Interessen jener Eisenbahn vertreten soll, deren Geld er in der 
Form von Angeld oder Honorar in seiner Tasche hat und der diese Tatsache ver- 
birgt und die ganze Zeit behauptet, daß er im Interesse der Vereinigten Staaten 
handelt und spricht?“ Natürlich gelang es nicht, die Vorlage zum Gesetz zu 
machen.
	        
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