Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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ihr Geschäft betrachteten und den Wunsch hatten, sich 
seinen Rückzug aus dem Handel zu sichern; von ihrem 
Standpunkt aus war es die beste Lösung, Herrn Carnegie 
auszukaufen. Man sah ein, daß dies eine äußerst kostspielige 
Transaktion wäre, die das Zusammenwirken der führenden 
Interessenten erfordern würde. Daher traf man mit Herrn 
Carnegie ein Arrangement, wonach man dessen große An- 
teile an seiner Gesellschaft gegen Obligationen der neuen 
Konsolidation übernahm.“ 
Mit anderen Worten: Carnegie erpreßte von Morgan eine 
angeheure Summe dafür, daß er der Konkurrenz mit den 
von Morgan, Moore und anderen Magnaten beherrschten 
Stahlkorporationen entsagte. Diese "Tatsache wird auch in 
dem kürzlichen Bericht der Kongreßkommission zur Unter- 
suchung der Stahlkorporation in den Vereinigten Staaten 
konstatiert. „Dieser eine Konzern,“ sagt er mit Bezug auf die 
Carnegie-Gesellschaft, „verlangte unter der Drohung, ein 
Monopol zu zerstören, das die verbündeten Gesellschaften 
sich gesichert hatten, als ‚Friedenspreis‘ ein ‚Lösegeld‘ und 
bekam es.“ Es war vielleicht der größte kommerzielle Räu- 
bersold, der je ergaunert wurde, aber man betrachtete das 
anter den großen Geschäftsleuten als ein „legitimes Geschäft“ 
und diejenigen, die ihn erhoben, als höchst geschickte Leute. 
Carnegie erpreßt 447 Millionen Dollar 
Und wie hoch war der Preis, der an Carnegie gezahlt 
wurde? Insgesamt 447 416 640 Dollar! Ein gewisser‘ Teil 
Jlieser Summe ging an Carnegies jüngere Teilhaber, der 
größere Teil aber — über 300 Millionen Dollar — aus- 
schließlich. an Carnegie; und es scheint, daß er bei dieser 
Transaktion durch irgendeinen Kniff „seine jüngeren Teil- 
haber übertrumpfte“ (nach dem Bericht der Untersuchungs- 
Fkommission). 
Hundert Millionen Dollar, die Carnegie sich entgehen läßt 
Die weitere Geschichte des Stahltrustes betrifft Carnegie 
nicht. Nur etwas soll noch erzählt werden: als Carnegie
	        
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