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Wem das nach den hier angeführten Tatsachen sonderbar
vorkommen sollte, der möge nur bedenken, daß es sich —
wie sehr er auch bei der allgemeinen Bestechung und Kor-
ruption die Augen zudrückte und wie sehr er auch davon
profitierte — nicht im mindesten beweisen läßt, wenigstens
soweit die benutzbaren Berichte gehen, daß er jemals per-
sönlich bestochen hat. Daß er gegen die Korruption nicht
protestierte, war bei einem Geschäftsmann, der reich werden
wollte, nur zu erwarten; daß er regelmäßig Geld gab für
die Wahlkampagnen korrupter politischer Parteien, galt
nach den Geschäftsbegriffen als ein patriotischer Akt — der
sich. freilich millionenfach bezahlt machte.
Freilich wurde Carnegies Name von seinen früheren Teil-
habern und von den Arbeitergenerationen, die er bedrückt
hatte, verflucht — aber ihre Stimmen verloren sich im
Dunkel. Da sie nicht über Zeitungen, Kirchen, politische
Redner und all die anderen mächtigen Instrumente zur Schaf-
fung einer öffentlichen Meinung, Legende oder Tradition
verfügten, verhallte ihr Groll und ihre Anklagen ungehört.
Die Lage der Stahlarbeiter
Aber allmählich wird es Tag, und die Wahrheit über die
letzte Quelle so stupenden Reichtums und solcher Wirt-
schaftsgewalt in einer Hand dringt siegreich durch. Damit
Riesenprofite gemacht werden können, müssen die Arbeiter
in den Stahlwerken und in den damit verbundenen Anlagen
und Minen unter so harten, brutalen und erniedrigenden
Verhältnissen schuften und existieren, daß eine noch so
oberflächliche Schilderung dieser Verhältnisse Entsetzen
hervorruft. Man findet sie in den Berichten des Arbeitsbüros
der Vereinigten Staaten. Da erfahren wir, daß die unge-
lernten Arbeiter die große Masse von 173 000 Menschen
in allen Abteilungen des Stahltrustes ausmachen. „Überall,
außer im Süden,“ sagt der Bericht, „sind so gut wie alle, die
zu dieser Klasse ungelernter Arbeiter gehören, kürzlich Einge-
wanderte, von denen der größere Teil nicht englisch spricht
oder versteht. Selbst im Süden gibt es in der Industrie eine
merklich wachsende Anzahl von Einwanderern (60 Prozent),