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selnde Fruchtfolge haben, da seine Farm nicht groß genug
ist. Diese beständige Ausnutzung des Bodens hat zur Folge,
daß er seine Fruchtbarkeit rasch verliert. Darin liegt ein
Grund, weshalb die Versorgung mit Nahrungsmitteln nicht
mit dem Bedarf der zunehmenden Bevölkerung Schritt
gehalten hat und weshalb nach wenigen Jahren die Ver-
einigten Staaten aufgehört haben werden, Nahrungs-
mittel zu exportieren, und gezwungen sein werden, sie zu
importieren. Dies zeigt sich auffallend in der Statistik der
Produktion und des Exports. Vor zehn Jahren produzierten
die Vereinigten Staaten 500000 000 Bushel Weizen und
exportierten 37,5 Prozent; sie produzierten damals 2 500.000
Bushel Mais und exportierten 17 Prozent. Heute erzeugen
die Vereinigten Staaten 700 000 000 Bushel Weizen, von
denen sie 17 Prozent exportieren; und von der gegenwär-
tigen Produktion von 2750 000 000 Bushel Mais expor-
tieren sie nur 23 Prozent.
Pächtervereine
Schon in Texas und in den benachbarten Staaten haben
die Pächter Landpächterverbände gebildet, die in der Or-
ganisation den Gewerkschaften der Fabrik- und Berg-
arbeiter ähnlich sind. Diese Tatsache ist im höchsten Grade
bedeutungsvoll; sie zeigt, daß eine beträchtliche Anzahl der
Pächter sich zum Proletariat rechnet und sich bereit macht,
eine Verbindung mit dem gewerblichen Proletariat her-
zustellen. Dieses ist an und für sich ein stark revolutionärer
Schritt, aber das ausgesprochene Ziel der Pächterverbände
hat sogar einen noch stärkeren revolutionären Charakter.
Diese Verbände verlangen, daß der Besitz des Landes sich
nur auf Benutzung und nicht auf geschriebene Ansprüche
gründe. Eine solche Forderung bedeutet einen Umsturz
des ganzen bestehenden Systems des Landbesitzes, und
diesen kann nur eine vollständige Umwälzung herbeiführen.
Eine solche Umwälzung wird nur durch Zuziehung des ge-
werblichen Proletariats erreicht werden, aber das rasch an
Boden gewinnende gewerbliche Verbandwesen verspricht
beide Elemente in einer mächtigen Bewegung zu vereinigen.