Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Nun geschah es, daß Sage, wie seine biographischen 
Schilderer sich ausdrücken, in den Vordergrund trat, um 
„seine Interessen zu schützen“, Wie er es tat, erzählen 
sie nicht, aber die gerichtlichen Protokolle der Zeit beschrei- 
ben sein Verfahren in bemerkenswert einfacher Sprache, ja 
in klaren Auseinandersetzungen. Es schien, daß Sage die 
ganze Zeit vorgeschobene Direktoren und Vermittler be- 
nutzt hatte; d. h., er hatte verschiedene Leute als nomi- 
nelle Besitzer und führende Leiter vorgeschoben, während 
er im verborgenen tatsächlich der herrschende Besitzer 
und die führende Persönlichkeit war. Diese Tatsache trat 
in zahlreichen Klagen hervor, die dem obersten Gerichts- 
hof der Vereinigten Staaten zugingen, und den Berichten 
dieses hohen Gerichtshofes sind gewisse Einzelheiten ent- 
nommen. 
Betrügerische Obligationen und betrügerischer Verkauf 
Sage war dem Wesen nach der Besitzer einer an dritter 
Stelle stehenden Hypothek von 2 Millionen Dollar, die zur 
Deckung des sich von Milwaukee nach Portage City oder 
über die halbe Breite von Wisconsin erstreckenden östlichen 
Zweiges der La Crosse- und Milwaukee-Eisenbahn ausge- 
geben war. Der oberste Gerichtshof der Vereinigten Staa- 
ten hob in seiner Darlegung des Falles im Jahre 1867 her- 
vor, daß für diese 2 Millionen Dollar in Obligationen nicht 
mehr als 280 000 Dollar bar bezahlt worden seien. „In der 
Tat,“ sagte der Gerichtshof, „beträgt die wirklich gezahlte 
Summe nur wenig mehr als 150 000 Dollar‘“1). Durch ein, 
wie sich der Gerichtshof ausdrückte, „betrügerisches Über- 
einkommen“‘, das die Aktionäre und Gläubiger der Bahn täu- 
schen sollte, wurde dieser dritten Hypothek die Priorität 
skriptionsverkauf von Landbewilligungsobligationen aufgebrachten Summen für 
andere Zwecke als den Bau der Bahn verwendet worden seien . . . daß der ‚Bericht‘ 
der Gesellschaft in bezug auf ihre wirkliche Lage unzuverlässig sei. Viele Besitzer 
von Landbewilligungsobligationen wurden unruhig und verkauften für den niedrigen 
Preis von 20 Cent für den Dollar.‘ — (Appendix to Assembly Journal, Wisconsin, 
858, S. 165.) Vielleicht kaufte Sage zu dieser Zeit mehr von den Obligationen. 
1) James contra Railroad Company, Wallace Reports, Supreme Court of the 
United States 6, 735.
	        
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