Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

heftigste bekämpft. Die erlangten 7 Prozent Lohnerhöhung 
werden bald durch die beständig wachsenden Kosten des 
Lebensunterhaltes aufgezehrt sein. 
Die Löhne der Kleidermacher und anderer Arbeiter 
Die Herstellung von Bekleidungsgegenständen ist einer 
der größten Industriezweige der Vereinigten Staaten. Er 
beschäftigt Männer und Frauen in gleicher Zahl; die Zahl 
der gesamten Arbeitskräfte beläuft sich mit Einschluß der 
Kinder auf durchschnittlich 240 000. Ein umfangreicher 
Bericht, der von dem U. S. Bureau of Labor ausgegeben 
wurde, stellt folgende Tatsachen fest: Der Werkstättenlohn 
für Männer beträgt durchschnittlich weniger als 10 Dollar 
wöchentlich und der der Frauen ungefähr 7 Dollar, vor- 
aus gesetzt, daß sie die volle Zeit arbeiten. Diejenigen, die 
unter dem abscheulichen Zwischenmeistersystem arbeiten, 
erhalten verhältnismäßig weniger. Achtzig Prozent der 
Werkstättenarbeiter in Chicago, 90,7 Prozent derjenigen 
in New York, 91,4 Prozent derjenigen in Philadelphia und 
98,3 Prozent derjenigen in Baltimore werden mit weniger 
als 10 Dollar wöchentlich bezahlt. Weniger als 5 Prozent 
aller Arbeiter erhalten 12 Dollar oder mehr wöchentlich. 
Diese Zahlen beziehen sich natürlich nicht auf die Kinder- 
arbeit. 
Wie leben diese Arbeiter? „Gewisse Krankheiten,“ sagt 
der Bericht, „sind in den Armenquartieren aller großen 
Städte beständig epidemisch, und gerade in diesen Quar- 
+jeren lebt die Mehrzahl der Konfektionsarbeiter.‘“ Aber 
damit ist nicht alles gesagt. Unterernährt, schlecht ge- 
xleidet, der Tuberkulose und andern Krankheiten preisge- 
geben, werden große Mengen dieser Arbeiter durch den 
Druck der Verhältnisse gezwungen, in ihre dunklen, un- 
genügend ventilierten Wohnräume Mieter aufzunehmen, so 
daß manchmal fünf und nicht selten sechs und acht Per- 
sonen in einem Raum zum Schlafen zusammengedrängt 
Die Glasfabriken sind eine weitere typische Industrie. 
Sie beschäftigen 70 000 Lohnarbeiter, von denen die meisten 
werden.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.