Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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Die Schrecken des Gewerbesystems 
Wenn wir in Betracht ziehen, was die Familie eines 
Durchschnittsarbeiters ausgeben muß, um unter Verhält- 
nissen zu leben, die mit der kümmerlichsten ökonomischen 
Leistungsfähigkeit vereinbar sind, so werden uns die demo- 
ralisierenden Wirkungen langer Arbeitsstunden und nie- 
driger Löhne sofort klar. Die Schätzung dieser jährlichen 
Kosten schwankt bei einer Familie von fünf Mitgliedern 
zwischen 715 und 1000 Dollar. In der Stadt New York 
nimmt man 850 Dollar als das niedrigste Budget jähr- 
licher Kosten an, mit dem eine solche Familie eben noch 
leben kann, und selbst dabei nur mit sehr geringer Sicher- 
heit. In anderen größeren und kleineren Städten sind die 
Kosten für den Lebensunterhalt etwas, aber nicht viel 
geringer. 
Diese vorsichtigen Schätzungen beziehen sich nur auf 
die allernotwendigsten Bedürfnisse, wie Miete, Brenn- 
material, Nahrung, Kleidung und manchen anderen Bedarf, 
die alle notwendigerweise nur mit strengster Sparsamkeit 
befriedigt werden können. Es erübrigt, zu sagen, daß 
die Lebensführung der Arbeiter von der billigsten Art ist. 
Große Scharen sind gezwungen, in schmutzigen, abstoßen- 
den Mietshäusern oder in dumpfen, wenig anziehenden 
kleinen Häusern zu leben; sie müssen sich mit verdünnter 
Milch, mit minderwertiger verfälschter Nahrung und mit 
wertloser Kleidung zufriedengeben; ihre sogenannten „,Ver- 
gnügungen‘“ können in einen winzigen Umfang zusammen- 
gedrängt werden und sind von der armseligen Art, die die 
Überlegung der Ausgabe jedes Cents bedingt. Obgleich 
selbst unter diesen schrecklichen Umständen die den not- 
wendigsten Bedürfnissen genügenden normalen jährlichen 
Ausgaben einer normalen Arbeiterfamilie sich auf 715 bis 
850 Dollar oder mehr belaufen, berechnet das U. S. Bureau 
of Labor, daß die Geldmittel von 41,52 Prozent der nor- 
malen Arbeiterfamilien weniger als 600 Dollar jährlich 
betragen und die Geldmittel von 21 Prozent noch unter 
500 Dollar jährlich sinken.
	        
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