Unternehmen, das zufällig zu öffentlicher Kenntnis kommt,
kommen zweifellos Mengen solcher Unternehmungen, die
in die Schmutzkanäle der Zeit hinuntergegangen sind, ehe
sie öffentlich beachtet wurden.
Dieses Werk ist selbstverständlich — es ist unnötig, es zu
sagen — keine Geschichte persönlicher Charakterzüge, An-
lagen und Temperamente; es ist eine Erzählung der Mittel,
durch welche Eigentum erworben und große Vermögen in
Besitz genommen worden sind. Aber der Akademiker, im
Hochgefühl seiner einschläfernden Mittelmäßigkeit, kann
vielleicht sagen: „Dies ist nicht Geschichtschreibung, dazu
fehlt die Leidenschaftslosigkeit der Darstellung.“ Wenn
die Leidenschaftslosigkeit in einer langweiligen Aufzählung
von Daten, Namen und Phrasen besteht, ohne einen flüch-
tigen Blick auf den Ursprung der Dinge und auch ohne
eine klare Auseinandersetzung von Ursachen und Wir-
kungen, dann fehlt diesem Buche sicherlich der „leiden-
schaftslose Stil‘, und es ist gut, daß dieser Mangel vor-
handen ist. Wer weiß denn nicht, daß es kein wirk-
sameres Mittel gibt, um Unwahrheiten zu erfinden, zu
erzählen und ihnen Dauer zu verleihen als dieser näm-
liche „leidenschaftslose Stil“? _Beschönigung und Beto-
nung gewisser Verkettungen von Tatsachen und ein gering-
schätziges Verschweigen anderer, und siehe. der Streich ist
gelungen.
Bei dieser Gelegenheit wird man es dem Verfasser ver-
zeihen, wenn er (in Anbetracht der vielen ernsten Jahre
eigener Nachforschungen) sein unbegrenztes Erstaunen
darüber ausspricht, daß so viele anspruchsvolle Werke —
theoretischer und anderer. Natur — über diesen Gegenstand
von Universitätsprofessoren herausgebracht worden sind,
ohne daß sie sich die geringste Mühe gegeben haben,
die Tatsachen festzustellen. Feingesponnene dogmatische
Theorie ist das meiste davon, oder verkehrte, wohlklingende
Annahmen: Worte, Worte, endlose schwülstige Worte;
keine wirklich eigne Arbeit, kein Gedanke, keine Einsicht,
keine Erklärung außer einer unechten, unzulässigen, ohne
die Kenntnis der Tatsachen erworbenen und mit den der-
zeitigen Vorschriften des herrschenden Reichtums so selt-