Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

Northern Pacific-Anteilen machen, können Sie auch 
mit meinen machen‘. Solches Vertrauen hatten die 
Leute zu mir in bezug auf die Northern Pacific. Was 
ich wollte, das wollten sie auch, und sie wollten mit 
ihren Aktien das tun, was ich für angebracht hielt. 
Das wollten sie. Nun, ich wußte das zu würdigen, ich 
kann mir nicht helfen, aber ich war gerührt.” 
Nach dem Empfang von Morgans Kabeldepesche 
engagierte seine Firma Jim Keene, einen früheren 
Makler an der Börse von San Francisco, der jetzt der 
berühmteste Makler in New York war, und wies ihn an, 
für sie die Anteile aufzukaufen. Das Wettkaufen von 
Northern Pacific-Aktien schuf nun einen Markt, wo 
alle kaufen, aber niemand verkaufen wollte, und so 
stieg der Preis ins Ungemessene. Dutzende von Mak- 
lern hatten sich in der Falle dieses Papieres gefangen, 
sie schuldeten Tausende von Anteilen, die sie gefixt 
hatten und nun nicht erhalten konnten, da der Preis 
der Aktien bis auf 1000 stieg. So standen sie vor dem 
Bankrott. Am 9. Mai ereignete sich eine noch nie da- 
gewesene Szene auf der Börse. Die außerordentliche 
Knappheit an Bargeld hatte schon seit vier oder fünf 
Tagen zum Verkauf aller möglichen Papiere außer 
„N. P.” gezwungen; an diesem Tage aber wurde aus 
dem Verkauf eine reine Sintflut, die alle Kurse zum 
starken Sinken brachte. So viele Anteile wechselten 
ihren Besitzer, daß man hinterher nicht mehr sagen 
konnte, wo sie geblieben waren. Über dem ganzen 
Zusammenbruch aber hing in unerreichbarer Höhe die 
Ursache all dieses Wirrwarrs — das Papier, das nie- 
mand kaufen konnte. 
Nun einigten sich aber die gegnerischen Parteien 
ziemlich schnell. Morgan & Co. hatten eine Zusammen- 
kunft mit Harrimans finanziellen Hintermännern, der 
Firma Kuhn, Loeb & Co. Sie kamen überein, der 
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