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Die „Reform“-Legislatur bewilligte 1872 Vanderbilt alles,
was er wollte. Das Gesetz war so geschickt abgefaßt, daß
es, obwohl es nominell keine dauernde Konzession verlieh,
tatsächlich aber die Einschränkungen der Verfügung von
1832 aufhob. Es enthob ihn auch mitleidsvoll der Not-
wendigkeit, etwa 4 Millionen Dollar für die Verlegung des
Bahnkörpers zu bezahlen, indem es diese Kosten der Stadt
New York auferlegte.
Die Verfügungen der „Reform“
Aber dies waren nicht die einzigen Vorteile, die er durch
die ,„Reform“-Legislatur erhielt. Die Harlemer Eisenbahn be-
saß, wie erwähnt, eine Pferdebahn in der 4. Avenue. Ob-
gleich sich diese damals nur bis zur 79. Straße erstreckte, war
die Linie in jener Zeit die zweiteinträglichste in New York.
1864. z. B. beförderte sie nahezu 6 Millionen Passagiere
und hatte eine Bruttoeinnahme von 735 000 Dollar. Steuer
bezahlte sie keinen Pfennig. 1872 war die Bevölkerung der
Stadt auf 950000 Menschen angewachsen. Vanderbilt
hielt die Zeit für günstig, einige weitere Meilen von den
Sffentlichen Straßen für sich zu reservieren.
Die Legislatur war nachgiebig. $ 325 der Gesetze von
1872 erlaubte ihm, die Linie von der 79. Straße so weit nach
Norden auszudehnen, wie später die Madison-Avenue
angelegt wurde. Dabei betonte die Legislatur aber, wie sehr
sie auf die öffentlichen Interessen bedacht gewesen sel.
„Wir haben alle Bruttoeinnahmen auf der neuen Strecke mit
fünf Prozent besteuert,“ Als diese Steuer aber erhoben
werden sollte, gab Vanderbilt vor, er könne unmöglich fest-
stellen, auf welcher Strecke der Linie, auf der steuerfreien
oder auf der neuen besteuerten, die Einnahme gemacht
worden sei. Nie haben die städtischen Beamten auch nur
den Versuch gemacht, dieser betrügerischen Ausflucht auf
den Grund zu gehen. Folglich ist das einzige Einkommen,
das die Stadt aus dieser Linie gehabt hat, ein paar tausend
Dollar jährlich.
Zur selben Zeit, als Vanderbilt das Aktienkapital erhöhte,
auf betrügerische Art Dauerkonzessionen erlangte und Staa-