nahmen zukommt, ohne Rücksicht darauf, ob die Betriebskosten
gedeckt sind oder nicht.
Im Jahre 1899 verursachte der Betrieb der der k. k. Staatsbahnverwaltung
unterstehenden 2268 km Lokalbahnen fremden
Eigentums einen Aufwand von K 4009 — oder wenn die sonstigen
eigenen Ausgaben der Lokalbahnverwaltungen hinzugerechnet
werden — K 4534 pro Kilometer als Gesamtkosten. Das war eine
verhältnismäßig hohe Summe, wenn man berücksichtigt, daß die
Gesamteinnahmen für einen Bahnkilometer nur K 54.00 einbrachten
und ein Reinertrag von nur K 866 zu verzeichnen war.
Dieser Betriebserfolg mit einem Betriebskoö&ffizienten
von 72'8 %, einem Reinertrage von K 866 und einer Verzinsung
des Anlagekapitals von 0'86% konnte nicht befriedigen,
weshalb sich das Eisenbahnministerium in Würdigung
der ganz besonderen Wichtigkeit dieser Frage in gemeinwirtschaftlicher
Hinsicht die Aufgabe stellte, eine Besserung herbeizuführen.
In den folgenden Abschnitten ist zu ersehen, mit
welchen Mitteln und welchem Erfolge dies zu erreichen gesucht
wird.
I. Organisation des Dienstes.
Den großen Aufgaben und umfangreichen Geschäften, die
in ihrer Gesamtheit sich nicht mehr in einer Hand vereinigt
halten ließen, entsprechend, trat im Betriebsdienste der Hauptbahnen
schom vor langer Zeit eine strenge Dezentralisation
ein und werden die drei Hauptdienstzweige: Bau und Bahnerhaltung,
Verkehr und Zugförderung scharf voneinander getrennt
verwaltet, So mißlich diese Trennung ist, weil sie
rivalisierende Spezialisten und keine den ganzen Dienst beherrschenden
Eisenbahnbetriebstechniker erzieht, so schwer ist
sie anbetrachts des großen Umfanges der Dienstgeschäfte
im Betriebe der Hauptbahnen derzeit zu vermeiden.
Dieselbe Organisation auf die Lokalbahnen anzuwenden
— wie dies leider geschah — ist jedoch nicht begründet,
weil die leichteren Aufgaben und der geringe Umfang des
Geschäftes das Zerreißen des Betriebsdienstes nach Dienstzweigen
nicht erfordern. Sie ist aber auch unwirtschaftlich, weil man
sich der großen Vorteile begibt, welche die Vereinigung aller