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ausgiebigen Gebrauch mache. Die Mittel zu entscheidendem
Eingreifen auf dem Wechselmarkt stehen der Bank neben
ihrem Kapital von 15 Mill. $ und ihrem Reservefonds von
31 Mill, $ in dem Notenrecht und den fremden Geldern zur
Verfügung, die sich nach der Bilanz vom 30. Juni 1911 auf
156 Mill, $ Kreditoren in laufender Rechnung und 116 Mill.
$ feste Depositen, beides Gold- und Silberkonten zusammen
gerechnet, beliefen. Die Deutsch-Asiatische Bank kann dem
gegenüber nur 7 x / 2 Mill, Schanghai-Taels Kapital, U/ 2 Mill,
Taels Reserven und rund 40 Mill, Taels Kreditoren für 1910
aufführen.
Eine Untersuchung darüber, ob etwa die Kurse der bei
den genannten Banken größere Verschiedenheiten aufwei-
sen, führte zu folgendem Ergebnis: Die sämtlichen 1.1,Kurse
des Jahres 1910 stimmten im großen und ganzen überein,
Differenzen bestanden in
Kalkutta
Hongkong
Schanghai
Yokohama
Singapur
an einzelnen Tagen von
1/32 d
1/16 „
1/16—3/16 c
1/16 d
1/32—1/8 d.
Dagegen ergab sich für die Deutsch-Asiatische Bank im
Gegensatz zur Hongkong & Shanghai Banking Corporation,
daß die von der ersteren herrührenden Kursnotizen sehr
häufig, mitunter mehrere Tage in der Berliner Börsenzeitung
fehlten, und zwar vielfach gerade dann, wenn in der Zwi
schenzeit größere Kursveränderungen vor sich gegangen
waren.
Als für unsere nationalen Wirtschaftsinteressen wich
tige Erscheinung ist endlich das außerordentliche Über
wiegen der englischen Valuta zu beachten, neben der sich
die Markwährung und der direkte deutsch-asiatische Zah
lungsverkehr im asiatischen Geschäft noch sehr stark, jeden
falls stärker im Hintertreffen befindet, als es das Verhältnis
der Warenumsätze angemessen erscheinen läßt. Das mag
man bedauern, ohne jedoch hierin durch irgendeine bewußt
vorgenommene Maßnahme auf einmal eine Änderung herbei
führen zu können. Der Errichtung eines, bei der mangelhaf-