So hat die Kunstdruckerei der Firma das gehalten, wozu
Josef Bachem in den siebziger Jahren den Anstoß gegeben, was
sein Sohn Fridolin Bachem weiter gepflegt und die jetzige Be
triebsleitung vollendet hat: Ausführung einfacher bis feinster
Druckarbeiten in jeder Ausstattung, dabei jede Arbeit ihrem
Zweck angepaßt.
Neben diesem Streben, mustergiltige Arbeiten herauszubringen,
mußte auch daran gedacht werden, bei dem jungen Nachwuchs
schon zeitig die nötige Liebe für Kunst und zu fachlicher Weiter
bildung zu wecken. Im Jahre 1906 konnte einem lange gehegten
Wunsch nach einem Versammlungs- und Ausstellungsraum durch
Freiwerden eines Teiles des vermieteten dritten Nordflügel-Stocks
entsprochen werden. Es wurde der etwa 90 qm große schön
ausgestattete Museumssaal eingerichtet. Außerdem wurde
in diesem Saale den Lehrlingen und jungen Gehilfen Fortbil-
dungsunterricht erteilt in Deutsch, Fremdwörterkunde,
Rechnen, Buchführung, Französisch, Stenographie und Zeichnen,
wozu die Firma tüchtige Lehrkräfte stellte. Für gute Leistungen
der Schüler sind von der Firma Bücherpreise ausgesetzt. Gleich
falls werden bei regelmäßig stattfindenden Stenographiewett
schreiben die besten Schnellschreiber durch Preise ausgezeichnet.
Mancher aufnahmefähige junge Mann*hat in dieser Hausschule
die Unterlage zu seinem späteren Emporstieg erhalten. Um den
Setzerlehrlingen besondere Gelegenheit zu geben, Einrichtung
und Arbeitsweise der Setzmaschine kennen zu lernen, wurde in
der Werk-Abteilung eine weitere Linotype-Setzmaschine auf
gestellt, die vorwiegend Anlernezwecken dient. Der Weiter
bildung und dem Unterhaltungsbedürfnis der Geschäftsangehörigen
dient seit dem Jahre 1904 eine Hausbücherei mit über 600 Bänden.
Im Jahre 1909 trat der älteste Sohn von Franz X. Bachem,
Runs Bachem 50 , der seine kaufmännische und praktische
Ausbildung als Buchdrucker, Buchhändler und Verleger in
bedeutenden Leipziger, Berliner und Münchener Häusern er
halten hatte, in die Firma ein. Am 1. Januar 1912 wurde ihm
Prokura erteilt.
Im Jahre 1913 wurde eine günstige Gelegenheit ergriffen, dem
für den Werk- und Akzidenz-Betrieb zu eng gewordenen Nord
flügel durch Ankauf des westlich gelegenen 530 qm großen
Pering’schen Grundstücks an der Ursulastraße 13 eine Er
weiterungsmöglichkeit zu sichern.