Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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I. Ab{Onitt: Inhalt der SchuldverhHältnijje. 
rn Baal. Ripp-Windfheid II 8 345 Nr. 5 und des Näheren hier Bent. 1, 4 
zu 5. 
Unterbleiben der Annahme. Der Gläubiger Kommt nicht in Verzug durd 
berechtigte Ablehnung, 3. B. einer Teilleiftung (& 266). N 
Nebrigens ift ausdrückliche Wblehnung nicht erforderlich; ein pafiive5s 
Berhalten, das die Annahme unmöglich macht, genügt, Annahme ift nur 
Annahme als Erfüllung; der Gläubiger muß die Leiftung zum ‚Zweite 
der Crfülung derjenigen Verbindlichkeit annehmen, die der Schuldner 
durch fein Angebot erfüllen will. Val. KRofenberg, Jahrb. Bd. 43 S. 1977 
Sür den Kal, daß die Leiftung einfeitig echillt werden kann, f. Vorbem. 
zum IM, Äbfhnitt I. Titel zu 2. . , 
. Bei Berpflidhtungen, die ausfchließlih auf ein Unterlaffen nn 
Jind (bei Bann Obligationen) kann ein Gfäubigerverzug nicht vorkommen. 
Qehmann, Die Unterlafjungspflicht S. 315. 
. 2, Angebot durch einen Dritten: Auch ein Dritter Ian dem Gläubiger mit 
der Wirkung des Annahmeverzug3 die Leiftung anbieten, e8 fei deun, daß der Schuldner 
in Berfon zu leiften hat, oder daß der Schuldner der Leiltung des Dritten widerfpricht. 
Kate bebarf, e8 einer Einwilligung des Schuldrer3 nicht, um den Annahmeverzug 
herbeizuführen, |. Bem. 3 und 4 zu $& 267. 
Wenn der Gläubiger zur Erhebung der Leiftung bei einem Dritten ermächtigt 
it, fo it nad Wieland (WUrchiv f. d. Zivilijt. Praris Bd. 95 S. 161 1.) zu unterjcheiden: 
a) Die Ermächtigung ift ledigligH im Intereife des Schhuldner3 er 
teilt. In diefem Sale fan der Schuldner dureh fein Angebot den Gläubiger 
in Annahmeverzug verfeßen. 
, Die Ermöächtigung ift fowohl im Interelfe des Schuldners wie de5 
Gläubiger erteilt (verbriefte Anweihung, Scherf, Wechiel). Sn diefen 
Sällen {ft 8 293 nicht anwendbar, da der Schuldner nicht tatfächlich anzu“ 
bieten, au nicht nach S 295 den Gläubiger zur Präfentation aufzufordern 
hat. Die Bemerkungen Wielands a. a. DO. Über den Cchedverteht ind 
inzwiichen durch fjonderredhtlidhe Regelungen im Schedgefeß unzu 
treffend geworden, Darnach ift = Wahrung des {hedvrechtlichen Regreß- 
recht3 rechtzeitige Morlegung des Schedf8 zur ‚Zahlung erforderlich (& 16 des 
Scheckgefeges) und der Ausiteller, deffen Kegreßverbindlichkeit durch Unter“ 
laflung rechtzeitiger Vorlegung oder durch Verjährung erlofchen ijt, Dleibt 
dem Inhaber des Schedf8 nur {vweit verpflichtet, als er ich mit deffen 
Schaden bereichern mürde (S 21 Schedgefeß). 
3, Cine Pflicht des Gläubiger$ zur Annahme beiteht nicht. Bal. Vor 
bemerkung S. 189. Der Gläubiger kann alto nicht auf Unnahme der Leiftung verklagt werden. 
Eine indirekte Verpflichtung verfucht Buchka, Die indirekte Verpflichtung zur Leiftung 
(1904) S. 5 ff. nachzuweifen. (Dem indirekt pe ftehe eS an fich frei, die Er“ 
jüllung zu verweigern; bie Folge fei jedoch die Entitehung einer neuen Verpflichtung 
oder Der Verlult eines RechteS oder eines ihm in Ausjicht geftellten Borteils.) AYlein 
der Begriff einer indirekten Verpflichtung i{t unklar und geeignet, falfche Vorftellungen 
im Sinne einer natürlichen Berbindlıchkfeit hervorzurufen. 
Au die Beftimmungen der 88 433 Ab]. 2 und 610 über die Abnahmepflicht des 
RäuferS einer Sache und des Beftellerg eines Werkes begründen keine Ausnahme von 
den Grundfäßen des Unnahmeverzugs. Denn foweit der Kontrahent diefen gefeßlichen 
ilichten nicht nachkommt, verlebt er Jeine Schuldnerrolle in einem gegenjeitigen 
Sertrage und it nach den Örundfäßen des ESchuldnerverzugs zu behandeln. 
u beachten ift, daß nur das Ubnehmen d. h. Hinnehmen umd Wegnehmen des 
Raufgegenftandes unter 5 433 Abf. 2 fällt, nicht dagegen jonftige zur Erfüllung erforder“ 
liche Miıtwirkungshandlungen des Gläubiger8, insbefondere nicht der Abruf der Leiftungen 
bei Sukzejfiblieferungsverträgen. Inu AUnjehung leßterer tritt nad der Aufforderung de5 
Verkäufers zum Abruf nur Annahmebverzug, nicht Abnahmeverzug micht Leiftungs 
verzug) ein. ROSE. Bd. 56 S. 177, 178; Enneccerus, Lehrb. 4./5. Aufl. S, 149 Anm. 13- 
MM. MM. Düringer und Hadhenhurg, HOB, Bd. 3 S. 50. I 
Die Unterlaffung der Abnahme Jeiten8 des KäuferS bzw. WerkbeftellerS 
Gegründet zwar notwendig nach S$ 293 Gläubigerverzug, aber auch, da es {ich um eine direkte 
flagbare) Verpflichtung Gandelt, wenn Mahnung und die übrigen Erfordernifje des S 284 
vorliegen, A Val. ROES. Bd. 57 S. 109, Jur. Wichr. 1904 S. 171 
Nr. 12 S. 58 Nr. 12, ROSS. Bd. 56 S. 177, 178 und die Bem. IX, 2 zu $ 433. 
4, Beweislaft, Der Schuldner hat im Beftreitungsfalle zu beweifen, daß dem 
Gläubiger die Leiftung ordnungsmäßig anaeboten und vorm demielben nicht ange“ 
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