Full text : Die Entwicklung der deutschen Stahlindustrie mit besonderer Berücksichtigung der Martinstahlerzeugung und der Bedeutung des Schrottes für dieselbe

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9,8  Millionen  Tonnen  im  Werte  von  148,2  Millionen  Mark,
Diese  Zahlen  beweisen  auf  das  deutlichste  wie  sehr  unser
Vaterland  von  der  ausländischen  Eisenerzeinfuhr  abhängig
ist  und  wie  wir  unter  allen  Umständen  das  auszunutzen
gezwungen  sind,  was  sich  uns  an  Eisenerzen  auf  dem
deutschen  Boden  darbietet.  Man  sollte  die  Lothringische
Eisenerzgewinnung  nicht  so  gering  einschätzen,  denn  dieselbe ­
  stieg  von  8,7  Millionen  Tonnen  im  Jahre  1902  auf
16,6  Millionen  im  Jahre  1910,  Nebenbei  kommt  noch  inbetracht,
  daß  auch  in  Französisch-Lothringen  in  den  letzten ­
  Jahren  große  Erzfunde  gemacht  wurden.  Im  Jahre
1908  sollen  aus  ganz  Frankreich  schon  925  000  t  nach  dem
Deutschen  Reiche  ausgeführt  worden  sein;  für  die  letztverflossenen ­
  Jahre  liegt  leider  einstweilen  keine  amtliche
Schätzung  französischerseits  vor.  Es  sind  also  nahmhafte
weltwirtschaftliche  Gründe,  die  sich  für  die  Kanalisierung
der  Mosel  und  der  Saar  anführen  lassen.
Die  ausserordentlich  ungünstigen  Transportverhältnisse ­
  des  niederdeutschen  Eisenindustriegebietes  sind  auch
von  einschneidender  Bedeutung  auf  die  Herstellungsart
des  Stahles  gewesen.  Das  Bessemerverfahren  hat  im
Südwesten  nie  Eingang  gefunden,  da  die  dort  verhütteten
Erze  hoch  phosphorhaltig  sind  und  somit  dieses  Verfahren
nicht  zulassen.  Anders  steht  es  mit  dem  Thomasverfahren,
Die  lothringische  Minette  schien  eigens  für  diese  Herstellungsart ­
  geschaffen  und  die  Entwicklung  in  der  modernen
Stahlproduktion  nahm  einen  ausserordentlich  stürmischen
Aufschwung,  Die  meisten  Saarwerke  erbauten  meistens
direkt  im  Erzgebiete  Lothringens  neue  Hochofenwerke,
sodaß  die  Roheisenerzeugung  im  Laufe  von  10  Jahren  um
über  100  °/ 0  stieg.  Auch  im  Roheisenversand  trat  eine
Aenderung  ein.  Wenn  er  auch  noch  immer  stieg,  so  geschah ­
  dies  doch  nicht  mehr  im  gleichen  Verhältnis  zur
Produktion  wie  früher,  sondern  der  Selbstverbrauch  an
            
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