§ 4- Hilfskomitees für Heimarbeitreform
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hat dies jedoch nur — wie das Beifpiel der Lehrwerkftätte von Oftheim zeigt
— wenn damit der Induftrie folche Vorteile erftehen, daß fie mit der Fabrikware
Schritt halten kann. Dies gilt namentlich dort, wo das Gewerbe eine gewiffe
Kunftfertigkeit zuläßt, wie in der Holzinduftrie. Sonft ift wohl das Beifpiel
von Schmalkalden vorzuziehen, der Heimarbeiterjugend eine Schulung
in verwandten Fabrik- oder handwerksmäßigen Berufen zu ermöglichen.
§ 4- Hilfskomitees für Heimarbeitreform
Zum Schluffe fei einer Einrichtung gedacht, die einftweilen nur geplant
ift, deren Verwirklichung aber neuerdings durch eine Denkfchrift in die Wege
geleitet wurde.
Es handelt fich darum, die Wohltaten, welche die Gefetzgebung den Heimarbeitern
zweifellos bietet, ihnen nach Kräften zugänglich zu machen, damit
nicht an der Unkenntnis und Nachläffigkeit der Heimarbeiter die Abficht des
Gefetzgebers fcheitere. Auf die Schwierigkeit diefes Problems hatte fchon
1906 der Abgeordnete Dr. Hitze hingewiefen, als er feinen von allen bürgerlichen
Parteien unterftützten Antrag einreichte, worin die Regierung um Erlaß
von Schutzbeftimmungen für die Heimarbeiter erfucht wurde. Hitze fah daher
in feinem Anträge die Bildung von Schutzkomitees vor, die fich die Durchführung
der gefetzlichen Beftimmungen angelegen fein laffen follten.
Diefer wertvolle Gedanke foll nun fruchtbar gemacht werden durch die
Einrichtung fogenannter Hilfskomitees. Die Grundlinien zur Verwirklichung
des Planes wurden in einer von Gertrud Dyhrenfurth, Gräfin Montgelas, Profeffor
Francke und Profeffor Hitze verfaßten Denkfchrift vorgezeichnet, der wir die
folgenden Gedanken entnehmen.
Überall dort, wo bereits gewerkfchaftliche Organifationen der Heimarbeiter
beftehen, find diefe in erfter Linie die berufenen und gegebenen Vertreter,
an der Durchführung der gefetzlichen Beftimmungen mitzuarbeiten.
Die H ilfskomitees hätten nur dort einzutreten, wo andere geeignete
Organifationen fehlen. Als Träger der Hilfskomitees ift an unabhängige,
über die örtlichen Verhältni ffe gut orientierte Vertrauensperfonen gedacht
(Pfarrer, Lehrer, gebildete Frauen ufw.), die bereit find, an der Durchführung
der Reformmaßnahmen fich zu beteiligen, und die wiederum Hilfskräfte
für diefe Beftrebungen aus ihrem Bezirke um fich zu fammeln und zu fchulen
hätten. Diefen Hilfskomitees würden hauptfächlich die folgenden Aufgaben
zufallen: 1. den Heimarbeitern mit Rat und Tat an die Hand zu gehen, damit
fie die Rechte und Pflichten kennen lernen, die ihnen aus der neuen Gefetzgebung
erwach fen; 2. den Polizeibehörden, Gewerbeinfpektionen und Zen