Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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VIEL Abjgnitt: Einzelne Scqhuldverhältnifje, 
Hinfichtlih des AnwendungsSgebiet3 des 8 616 ut zu betonen, daß 
iO diefer im allgemeinen auch auf die MechtSverhältnifje der Fabrik 
arbeiter, Gemerbegebhilfen und Handlungsgehilfen erftrect, 
‚Dmeit nicht etwa der Sondertatbeitand des 8 133 c Ubi. 2 
Se ww... (bezüglich der Betriebsheamten, Werkmeifter und Techniker) oder 
de3 8 63 HGB. Ginfichtlich der Handlungsgehilfen) Anmendung findet (vgl. 
diefe Borfchriften im einzelnen). Diele Auffajhung ergibt fich aus dem richtigen 
Berftändniffe des Art. 32 E®. Val. hiezu v. Blume, Recht 1902 S. 138 f., 
Sehmann-Hing Anm. 1 und 2 zu & 63 60, Cofjact, Handelsrecht 8 19: 
a, MM. Hilfe, Recht 1902 S. 69; f. ferner hiezu Nelken in D. Jur.3. 1904 
S. 211. (Der Lohnanipruch des gewerblidhen Arbeiter hei Dienftverhinderung 
nfolge unverfchuldeten Unglücks), granfenerg, Sew.Ger. IV S, 101, 
Bonn a. a. OD. S. 16, Qotmar_ Bd. 2 S. 199, 219. 
DinfiOtlih der Beamten der Sffentlidhen Aörperfhaften vgl. Kohler, 
debrb. 118.130. 
Wegen des Verhältnifjes des S& 616 zu 88 135 gew. UVO., 146 land- und 
;oritw. UBS. und $ 45 II BauliWB®. vgl. Weber, D. Yur.3. Bd. 1902 
S. 199, dagegen aber auch Decker, Die Vorteilsanrehnung S. 15 Anm. 4. 
5 616 bezieht id nur auf ein beftehendes, nicht aber auf ein recht: 
näßig aufgelöite8 Dienjtverhältnis; dies ergibt fidh inSbejondere daraus, 
anß eine Beitimmung, wie He in Saß 4 des S 617 enthalten ift, hier fehlt, 
gl. Sigel a. a. D. S. 186, Gew.Ger. IX ES, 282, Lotmar Bd. 2 S. 200. 
Äeber vertragSsmäßige Ordnung des Einflulfes kırzer Verhinderungen 
auf den Lohnanjpruch vol. auch Siehr in D. Yur.3. 1904 S, 1183, 1134 
und ferner unten Bem. V, fowie Lotmar Bd. 2 S. 194 {ff., 224 ff. 
Befteht ein Teil der Vergütung in Naturalverpflegaung GG. SB. Elfen 
im Haufe des Dienftgeber8), fo wird für die NRegel al3 ftillfihweigende Vers 
zinbarung anzunehmen fein, daß diejer Teil nicht erfebt wird, wenn der 
Dienftpflichtige ihn infolge der Behinderung der Leiftungen nicht beziehen 
fann (fo zutreffend land in Bem. 4, übereinftimmend Dertmann in Bem. 4, 
Tige S. 294; a. M. Dernburg S 305, HM, b). Wal. auch Lotmar Bd. 2 S. 205 ff. 
Zu erfeßen ift nur die vbertragsmäßige Vergütung, nicht auch 3. B. 
ein nicht vertraglidher Nebenverdienft, der dem Dienftpflichtigen ent 
ging (ebenjo Wland a. a. O.). 
JE. Aus der Entitehungsgeihidhte des S 616 ijft für Die Tragweite 
der Borichrift hervorzuheben, daß der entipredhende S$ 562 €. I die Beftimmung 
nur gelten Iajlen wollte bei einem „dauernden, die Erwerbstätigkeit des Dienft- 
verpflichteten "vbollitändig oder Hauptfächlih in Anfpruch nehmenden Dienftverhältniffe”. 
Die 11. Komm, hat dieje Beitimmung auf Dienftverhältniffe jeder Art A davon 
zu8gehenbd, daß „der Dienfigeber bei jedem Dienftverhältniffe mit der Möglichkeit ver- 
MN geringfügiger Verhinderungen des Dienftverpflichteten rehnen müfle“. 
6. 11, 280. 
Dagegen Hatte die IL. Komm. eine andere Befchränkung eingeftellt, nämlich auf 
Sälle, im denen die Vergütung nach HZeitabfonitten beitimmt jei. Bei Stücdlohn, 
3. GB. in Anjehung des Spielhonorars eines Schaufpieler8, „folle der Dienijtver= 
oflidhtete auch die Gefahr verhältnismäßig geringfügiger Verhinderungen tragen“ 
B. 11, 280). IJener Zujaß wurde aber von der RTK. abgelehnt, welche nach Ber. 
S. 47 fowohl den Zall des Zeit= als des Stüclobhns getroffen mwiffen wollte. 
Wie Pland zu 8 616 mit Recht. bemerkt, kann hei Stücklohn die Frage entitehen, was 
jenn dann eigentlidh dem Dienftverpflichteten, der infolge der Verhinderung doch keine 
„Stücke“ Teiften Fönne, als Berglitung zu gewähren fjei? Der Anfchauung, daß dann au8- 
nahmöweife auf einen DurhHfhniktsbetrag zurücdzugehen fei, it beizupflichten (über 
anjtimmend Dernburg II, 2 8 305 und Sigel a. a. DO. ©. 66). Abgelehnt wurde endlich 
in II. 8omm. der Antrag, ftatt der Worte: „durch einen in feiner Ber]on Legenden Grund“ 
zu jeben: „außer dem im S 561 Geßt 8 615) bezeichneten Falle“. (%®. II, 281 ff.; vgl. dazu 
unten Bem. UT, 1, b.) Val. übrigenß au Nümelin, Dienjt- und Werkvertrag S. 173 
und Bonn S. 23, ferner Cotmar Bd. 2 S. 642 ff. 
II. Die einzelnen Boragusfegungen des Anfpruchs: 
1. Die HZortdauer des Vergütungsanfpruchs ijt hier bedingt durch eine Ver: 
hinderung des Dienitverpflichteten an der ATEM und zwar durch eine folche, 
welche in jeinen perfönlidhen Berhältniffen Om ift (für dieje meitere Auffaffung 
it die herrichende Meinung, vgl. von Blume, Recht 1902 S. 7; Für die ent Meinung, 
9. 5. 8 616 nur zuzulaffen, wenn das Hindernis in einer perfönlidhen Eigenfhaft 
cubht, dagegen Schäfer, Gew.Ger. Bd. 2 Nr. 6). Bal. ferner Lotmar Bd. 2 S. 167 ff. 
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