Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

6. Titel: Dienftvertrag. S 616. 
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rente, nidht auf Reichniffe aus privaten Unterftüßungs oder 
Silfskafjfen, nicht auf privatredhtlidhe Entfdhädigungen G. B. 
nach dem Haftpflihtgefjeße), nicht auf empfangene Gebühren als Zeuge 
‘a. M. Bonn a. a. 5. S. 34 ff) und auf militärifden Sold oder auf 
Familienunter{ftüßungen nah KR®. vom 10. Mai 1892 während 
militärifcher Verhinderung (and. Anf. Dernburg IV, 2 8 305, Blume 
a. a. ©. S. 8; übereinftimmend dagegen Sigel a. a. DO. S. 66, Planck und 
DYertmann zu S 616); bezüglich der Seugengebühren vgl. ferner noch 
Staub in ©. Kur. 2. 1903 S. 336 und Hilfe, Recht 1903 S. 424 fowie die 
Berf. des preußijdhen Iuftizminifter8 (IMBL 1903 S. 143) und des 
Jächfifhen SKultizminilter8 (MB. 1903 S. 67), ferner bayır. IMG. 
1904 S. 50. Segen die herr/dhende Meinung aber Bonn a. a. DO. S. 34 ff. 
und auch Gew.Ger. X S. 295, val. ferner audh Lotmar Bd. 2 S. 182, 212. 
Dem Dienitberechtigten wird auch nicht die Befugniz zur AnredhH- 
nung folder Auslagen zugefprodhen werden Können, welde ihm aus 
der Snanfpruchnahme eines AushilfeeriaßeS ermachlen, fofern tr0ß 
der Notwendigkeit des Ießteren (vgl. oben unter Nr. MM, 3) die Boraus- 
jeBungen des S 616 Sag 1 gegeben erfcheinen. 
Neber Ausbezahlung bei Stüclohn Dier ift der DurchfAHnittsverdienit in 
Anrechnung zu bringen) val. oben unter IL 
Eine gewiffe meitere Befchränkfung des S 616 liegt in $ 135 des Gewerbe 
unfallverjidherungSgefebe8 vom 30. Yuni 1900, fowie in den Unf= 
Ber].-SGef. für Land: und SZorftwirtihaft, Bauten 2C0.; vgl, biezu 
näher Bem. V, e zu 8 618, 1. ferner Weber in D. zu, 1902 S. 199. 
aber auch Deder, Borteilßanrehnung S. 15 Anm. 4 und Lotmar Bd. 2 S. 199, 
?) Ueber die Frage, vb ich der Angeftellte auf Verlangen des Dienftherın 
ärztlich zum 3Zmwede des Arankheitsnachweiles unterfuchen laflen muß, 
val. Bauın S. 258 ff. und die bei Neumann, Jahrb. Bd. II, 1 S. 347 aufs 
zeführte Yubikatur, fowie Lotmar Bd. 2 S. 173 Anm. 3. 
y) Wenn der Dienftberechtiate auf Grund der unerlaubten Handlung 
eine8 Dritten eine Verhinderung im Sinne des Sag 1 erlitt, {o Jtebt 
ihm gegen biefen nur injoweit ein Erfabanfpruch zu, al8 er nicht auf Grund 
des Sa 1 Vergütung erlangt {fo zutreffend land in Bem. 3, 8). 
Die Anrechnung gefchieht nicht von Amt3 megen, der Dienftberech- 
tigte bat fie zu verlangen (übereinftimmend Plane in Bem. 3, a). 
GHinfichtlih weiterer Einzelheiten über den Recht8harakter diefer Un- 
rechnung und der fich ergebenden Folgen vol. Bonn S. 90 ff. 
Y. Wenn au $ 616 Tozialen Rückfichten entiprungen ift, fo trägt er nach faft 
allgemeiner Anficht der Nraxi8 doch nur dispolitiven ha hr (a. M. reiliH Zuld in 
„Soziale Praxis“ Bd. 9 S. 790, Lotmar a. a. DO. Bd. 1 S. 20, Bd. 2 S, 227, 231 f., Sinze 
deimer, Lohn und Aufrechnung S. 29 und Nelken in D. Zur. 3. 1903 S. 211). Dies ergibt 
fü inSbef. au8 S 619; benn wenn der Gefehgeber den & 616 ebenfo wie bie SS 617 und 
18 als A Recht hätte behandelt wijfen mollen, jo hätte er dies ficherlih in S 619 
m Ausdrucke gebracht; außerdem ift audh auf $ 683 HOS. und die Berhandlungen der 
He DStagsfommiffion hierüber zu verweifen, wonach ausdrücklich abgelehnt wurde, jene 
Stimmung für zwingende Recht zu erklären (vgl. Sigel a. a. OD. S. 63 und Staud in 
ur, 1902 S. 452 Jowie au) KOES. Bd. 38 S. 25). Leider veranlaßt gerade die 
el Derbeit bei Auslegung des & 616 viele AUrbeitgeber, den S 616 von vorneherein in den 
Ybeitsberträgen auszufchließen. Bol. hiezu auch Gewerbegericht Bd. 10 S, 142 Nr. 43. 
; € find ferner De denkbar, bei denen eine gegenteilige Vereinbarung 
Dar in der Matur der Verhältniffe liegt. Man denke 3. B. an das eh 
Wakr Sauslehrers auf einzelne Unterrichtsitunden mit Verabredung der Entlo maß in 
eltimmtem Betrage Für jede gegebene Unterrichtsftunde, Gier kann der Lehrer 
Bewiß nicht Bahlung für einen Unterricht verlangen, den er aus perföünlidhen Gründen 
leiften fann. Sn folcben Fällen erfeheint die Sache fogar dazır angetan, eine den 
l 616 au8ichließende {tillıhweigende Vereinbarung  nganebmen. Plan nimmt 
5 StereS auch an in bezug auf Vergütung durch Naturalunterhalt in der Hamilie, wenn 
cr Dienitpflihtige feinerjeit8 verhindert ift, diejen Unterhalt als kn zu 
genießen. Vol. allgemein au über vertragSmößige Ordnung de3 Einfluffes kurzer 
eYbinderungen auf den LohnanfpruchH Siehr in D. FJur.3. 1904 S. 1133 und 1134. 
. „Sm übrigen fann die Sn der Vorfchrift des S 616 elbit wenn man ihren 
Yoingenden Charakter annehmen wollte) {tet3 durch Ausübung der Kündigung praktifh 
ereitelt werden, val. Lotmar a. a. OD. Bd. 2 S. 9235 ff. 
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