1072
VI, Abjhnitt: Einzelne Suldverhältnife.
Bd. 17 S. 414). Auch beim qualifizierten Zeugnifie fommt e8 wegen der zu
bezeugenden zwei Momente auf Tatfadhenbezeugung an, vol. Marcus
a. a. ©. und au ROSE. in ur. Wichr. 1897 S. 350. Wegen der Führung
val. au Baum, SD. f. Gew.S. S. 175 ff.
Außerdienftliche, befonder8 das Privatleben betreffende Umitände
A nicht in das Dienitzeugnis, val. Kipr. d. OLG, (Dresden) Bd. 13
Neber die Bezeihnung al3 „ArchHitekt“ oder „Bautechniker“ val.
DLG. (Kammerger.) Bd. 13 S. 422 und Böthke in D. Yur.3 1906
S, „%
N Wegen der Bezeichnung als „Ingenieur“ val. Necht 1908 Nr. 1171
Sefl. Hıpr. 1908 S. 169.
Dr den Ausiteller des BZeugnijfe8 beiteht die ilicht voller Wahr-
aftigfeit. Sit das Zeugnis unrichtig, fo kann nach allgemeinen ne
borfchriften eine E€r{aßpflicht für dadurch geftifteten Schaden in Frage
fommen, auch gegenüber Dritten. Val. BGB. 88 676, 823, 824, 826,
|. au Art, 95 €®., Vorbem. 1X vor 8 611, Art. 29 hayr. AG., A. ferner
zuh DYLS. Dresden fächf. Arch. Bd. 1 S. 269 (abweichender Begleitbericht
jr einem BZeugni8 und die in Bem. 3, c, d zu $ 826 erwähnten einfchlägigen
Ent{cheidungen).
Die Frage, ob und inwieweit der Dienftpflichtige Wbänderungen des
ausgeitellten ZeugniffeS verlangen fann, iit jehr beftritten, val. über bie
verfchiedenen Anfichten Urt. d. DL®. Gamburg vom 10. Oktober 1902 in
Yipr. d. DLG. Bd. 5 S. 269 ff, Entfch. d. Rammerger. in der Beitichrift
„Das Gewerbegericht“ 1903 ©, 189 ff, eingehend Brückmann, „Das Hecht
auf richtiges DVienftzeugnis“ in Bl. f. RAU. Bd. 69 S. 449 ff. und 518 f.,
Baum S. 178 ff., Schwedler in D. Yur.3. 1905 S. 117, Sur. Wichr. 1905
S, 369, Mipr. d. VOLG. Bd. 9. (Kiel) S. 251, Bd. 9 (®ammerger.) S: 252,
Bd. 12 S. 418, 419, Bd. 12 (Dresden) S. 421 und Bd. 13 6, 422, Bendix
a. a. D., Gew.®. Bd. 9 S. 297, Bd. 10 S. 161 ff. Die herrichende Meinung
(äßt fih dahin präzifieren: Wenn das ZeuOmiS unricdhtige Angaben in
tatfäch licher Ginficht enthält, fo kann erichtigung oder Ausftelung eines
neuen Zeugniffes feiten8 des Dienftpflichtigen verlangt werden. Sine Bes
richtigung der Angaben über Leiftungen ıumd Führung dagegen fönne nicht
zu8 dem Grunde verlangt werden, weil fie objektiv unrichtig feien, vgl. auch
Pland. Leßteres erfcheint aber zu eng. Zu beachten it, Daß die Bujammen-
jaffung folder Angaben vermittel8 normalen Denken8 gefcheben und in
ihrem Ergebniffe nicht einem willfürlichen, fondern einem Maßitab ent:
iprechen muß, wie er bernünftigerweije an das Dienitverhältnis angelegt
werden kann. BVerftößt ein Zeugni8 gegen foldhen objektiven Makitab, der
zudem nicht zu eng angelegt werden dr {o wird eine Berichtigung begehrt
werden fönnen (vol. Zungimayr in D. Yur.3. 1907 S. 758). Außerdem
Dat ja der Dienitgeber auch feine Angaben wahrhaftig und nach heiter
eberzegung abzugeben.
Den Beweis der Unrichtigkeit des Zeugniffe8 hat der Dienftpflichtige zu
führen, eS ift alip nicht dem Dienfiberechtigten der Nachweis der Richtigkeit
Een bgl. Kıpr. d. DLG. (Gamburg) Bd. 5 S. 269, übereinftimmend
eonhard, Beweislaft S. 397, val. ferner auch Fuld, Recht 1905 S. 626.
4. Das Zeugnis ift als privatfhriftlide Urkunde gemeint. Deffentlidhe
Beglaubigung ijft im 8 630 BOB. nicht vorgefdhrieben, WWünfcht der Bedienftete
:ine folde, 10 hat er, wenn jich der Dienitherr darauf einläßt, jelbft die hierauf er“
machjenden Koften zu tragen. Eine in II. Komm. nach €. II, 308 ins Auge gefaßte 000
teilige Beftimmung ift {OließlidH aus 8 6830 BOB. weggeblieben. Val. dagegen HÖOS.
5 73 bl. 2, f. auch preuß. Gefindbeordnung vom 8. November 1810 8 171. ;
‚5. Streitig it, mie lange der Anfipruch auf das Zeugni8 dauert. Lehmann-
Ring Gu S 73 DE hält dafür, daß diefer Anfpruch jederzeit erhoben werden fönne,
Staub zu $ 73 H@OB.) will ihn bis zum Abhlaufe der 1 De dt nt
Man wird jedoch aus praktifdhen Oründen und im Sinne eines Hillihweigenden Verzicht?
annehmen dürfen, daß der Unfpruch erlifcht, wenn er nicht bei Beendigung des Dienft-
verhältnifjes oder wenigitenZ innerhalb einer angemeffenen Beit nach jenem Beit-
punkte geltend gemacht wird, zumal der Dienftherr das notwendige Wifien jpäter nicht
mehr haben wirb, bal. Marcus a. a. OD. und ferner Recht 1903 S. 40, ähnlich auch Planck
in Dem. 2; Or Terner noch über die verfchiedenen Anfichten Seuff. Arch. Bd. 59 S. 465,
Kipr. d. OLG. Bd. 9 S, 251, Brücmann in Bl. f KA. Bd. 69 S. 518 #, GewO.
a)