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VII AbfoOnitt: Einzelne Schuldverhältniffe,
weil er ohnehin (von einer befonderen Vereinbarung abgejehen) der Regel nach
zu einer Tätigkeit nicht verpflichtet ift (vgl. nadiher Bem. 6 fowie Bem. 1?
und II, 1, d zu 8 652), dem SGejdhäftshHerrn aber nad Analogie des S 649,
wobei dann lediglich die VergütungspfliGt gemäß S 652 im Wegfall Fommt.
YNebereinftimmend Dertmann und Bland; vgl. im einzelnen au Bem, HN, 2, 2
zu S 652.
Der Tod des Mäfler8 wird in der Regel (Dertmann betont die Mög-
fichfeit au anderer Fälle z. B. hei Verträgen mit einem Müklerg e|Häft?-
hau8) den Mäklervertrag bei defjen perfönlicher Natur zur Aufhebung bringen;
ob auch der Tod des Auftraggeber8, wird nach den konkreten Verhältniffen fi
bemejjen.
Neber Abgrenzung zmwiihen Möklervertrag und Werkvertrag vgl. aud
Dörr a. a. DO. (GHGerbeiführung eine8 beftimmten Erfolg 3 neigt zum MWerkvertrag.)
1) Wegen Abgrenzung vom Gejellfehaftevertrag vgl. Iur. Wichr. 1905 S. 73,
Sruchot, Beitr. Bd. 49 S. 619 f., ROE, vom 13. Dezember 1907 bei Wars
neyer Erg.-Bd. 1908 S. 98 und Recht 1908. Nr. 499.
Ueber Abgrenzung von der bloßen Verkaufsvolmacht nal. Ripr. d. OLG.
(Celle) Bd. 18 S. 16.
Wegen des PfandvermittelungsveriragS vgl. Merkel, Bayr. 3. f. R. 1909
3. 160 ff.
Neber einen Vertrag: „alle8 zu tun, um in einem Konkur3 einen Zwang8-
vergleid herbeizuführen“ vgl. RGE, in L3. 1909 S, 544, Gruchot, Beitr.
85. 53 S. 932.
5, Die Begriffselemente des BertragsverhältniffeS ergeben [ih aus S 652. Vgl. die
dortigen Bent.
6. Veridiedene Meinungen beftehen über die Frage, ob der Mäklervertrag als ein
j og. einfeitigeS oder zweifeitiges BertragSverhHältni3 aufzufafjen fet? Zür die gegen:
jeitige Natur des BVertrag8 fprehen Hauptfächlich die Sefichtapunkte über Treuverpflightung
und fonftige Vertragspflihten de8 MüäklerS, die au den Inhalt des 8 654 au8macdjen. Sie
riheinen von maßgebender Bedeutung auch dann, wenn man eine pofitive Berpflihtung
zur mirkligen Ausübung einer Bermittlertätigleit und damit die eigentlicdie LeiftungSklage
al8 in der Regel ausgefchloffen erachtet. Eine SchadbenZerfaßklage gegen den Müller kann
ja gleichwohl unter Umftänden, 3. B. bei Zumwiderhandlungen gegen jene Treuverpflichtung,
gegeben jein. Ueber die verfdhiedenen Meinungen vgl. M. IL, 511, Dertmann und Pland
zu 8 652, Dernburg, Bürgerl. N. IL S 190, Crome a. a. © S. 415 ff., Riefenfeld a. a. D.
S. 277, 847, Endemann 8 176 Nr. 2, Neuling a. a. O., Riezler, Werkvertrag S. 91, Stiber,
Nechtszwang S. 18 ff, Dürr a. a. D., Cohen a. a. OD. S. 248 ff.; Audlenbed, Zur. Widhr.
1907 S. 34 {f.; Qotmar a, a. ©, Bd. 1 S. 284 weift für die Doppeljeitigkeit des BertragsS-
verhältniffes insbejondere auch darauf hin, daß das Gejeßg dem Müfler Lohn verfpriht „für
den Nacdhwei8“ oder „für die Vermittlung“ (SS 652, 655), wodurg dem Müklerlohn offen:
jichtlid der Charakter einer Gegenleijtung verliehen werde, daß ferner auch in S 658
mit Bezug auf den Mäklerlohn von einer Vergütung im Sinne einer Gegenleijtung
gejprochen werde, mährend in & 653 fogqar unmittelbar von der dem Mölkler übertragenen
Keiftung bie Nede if.
Die Praryi8 neigt fich gleichfal® Überwiegend zur Annahme eines gegenfjeitigen
BertragsS, val. insbe]. NGE. in Seuff. Arch. Bd. 56 Nr. 24, Mr. 73, 1. ferner Bd. 56 Nr. 148,
Bd. 57 Nr. 211 und au OLG. Kolmar in D. Iur.3. 1903 S, 60.
Wegen der Einrede deZ nidgterfüllten Vertrag3 (fehlerhHafte Erfüllung
jetten8 de8 Möäkler8?) vgl. OLG. Hamburg Recht 1909 Nr. 40, Senff. Arch. Bd. 64
Nr. 128, RGE, in StS. Bd. 41 S. 24, Neumann Jahrb. Bd. VI S, 272, 278.
Wegen Anwendbarkeit des & 324 vgl. Warneyer, Jahrbuch Bd. VIS. 19 Nr. 17 und
Bd. VII S. 139 Nr. 10.