Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

10. Titel: Auftrag. SS 666, 667. 1187 
a) was er zur Nusführung des MuftragsS erhalten hat, foweit e8 
nicht zu diefem Zwecde zu verwenden war G3. B. Neifegelder), inSbefjondere 
auch die zu Ddiejem Zwede ihm eingehändigten Urkunden (über die Vers 
»flichtung des Bevollmächtigten zur Zurücgabe der Bollmachtsurkunde f. 8 175 ; 
al. NOS. Bd. 3 S. 187 ff.; über die Erfaßpfliht des Beauftragten hei 
Berlult einer MWechfelurkunde f. Urt. d. Reichsger. vom 29%. Dezember 1905 
Zur. Wichr. 1906 S. 109 ff.; über die Verpflichtung des NechtsanmaltS zur 
Herausgabe feiner Handakten f. ROR.-Komm. Bem, 4 und O. Landau, Bl. 
. 9A, 3b. 75 S. 547 ff); 
maß er aus der Gejchäftsbeforgung erlangt bat (vgl. Urt. d. 
Reichsger. vom 23. November 1904 in Zur. Wihr. 1905 S. 438). Was der 
Beauftragte einzuziehen, aber noch nicht eingezogen hat, jhuldet er bis zur 
Einziehung weder bedingt nodh betagt, da die Einziehung weder die rechtliche 
Natur der Bedingung noch diejenige der Zeitbeftimmung hat, vielmehr den 
Inhalt des Nechtögelhäfts felbit bildet (Ürt. d. Reichsger. vom 21. Januar 
1903 ROSE. Bd. 53 S. 330). 
Mit Unrecht wurde in der II. Komm. behauptet, daß auch SGefdhenke 
und Syirapı pbifionen herauszugeben feien, Die der Beauftragte von 
nem DYritten erhalten habe (%. 11, 360). Die dort vertretene Anficht teilen 
Yacubeziy, Bem, S. 141, Neumann Note 2, Cofack I S. 624, 600, Weyl I 
5, 467, Ed-Leonhard S. 534, Dernburg, Pand. Bd. 2 S 116 Anm. 7, der 
leßtere mit ber Begründung, „da8 Necht erfülle feine hohe und fitten- 
reinigende Aufgabe, wenn eS im Gegenfaße zu Der Keigung des BVBerlkehr8, 
ie Dinge lar und bequem 3u behandelır, den Standpunkt (frupulofer Ked- 
Ächfeit und vollfonmmener Anftändigkeit Tefthalte,“ Hiegegen dürfte aber in 
Betracht fommen, daß der Dritte, der dem Beauftragten ein Gefchent gemacht 
der eine Ertraprovijion gewährt hat, dies gewiß nicht im Onterelle des 
Auftraggebers getan Dat, und daß die Rücklicht auf dıe Verkehrölitte dem 
Richter A 8 157 zur Silicht gemacht ift. Bland (Bem. 2, c) will unter 
icheiden zwijchen den Zuwendungen, die der Beauftragte auf Grund des 
Xuftrags und in Ausführung des Auftrags von dem Dritten erhaltet hat, 
and demjenigen, was ihm anläßlich der Gefchäftsbeforgung als perfönliches 
Sefchenk zugewendet ift oder ihın aus felbitändigen, mit der Ausführung des 
YuftragS_ nur äußerlich im BZufammehange f{tehenden Sefchäften zufließt 
ähnlich Sidher-Senle Note 1 und Achilles Note 1). Die praktifche Wer: 
mertbarfeit diefer ED OS zweifelhaft fein Gufiimmend &. Schulz 
im Arch. f. d. 3ibilijt. Praxis Bd. 105 S. 40 Anm. 90). Richtig Dertmann 
Bem. 1, c, welcher der gegenteiligen Unfhamung vormirft, Daß ie auf allzu 
angbherziger, dem Geijte des GejeBeS und den Kntentionen der Beteiligten 
nicht entiprechender buchftäblicher NusSlegung berubhe; ebenio Crome S. 252 
Unm, 30, Urt. d. DLG. Hamburg vom 27. Novenber 1899_Seuff. Arch. 
Bd. 55 Nr. 84; 1. aud Ennecceru8 8 381 Anm. 10, Matthiaß S. 340, Dern- 
zura 8 296 Note 20, Kohler S. 118, Urt. d NeichSsger, vom 8. Suni 1903 
KOS. Bd. 55 S. 91, Urt. d. OLG. Dresden vom 29. November 1907 und 
des DL®G Hamburg vom 23. Dezember 1907, Seuff. Arch. Bd. 63 er. 133 
und 157, Urt. d. Kaufmanngsgericht? Breslau vom 14. Februar 1906 D. Sur. 3. 
1907 S. 192 fowie das bei Xubhlenbeck Note 1 erwähnte Urt. d. OLG. Ham- 
aurg vom 23, März 1901 und binfichtlich des früheren Rechtes ROS. Bd. 4 
5. 290 F., Bd. 9 S. 296 ff. Werichieden hiebon ift die Frage, ob der 
Beauftragte gegenüber dem Auftraggeber berechtigt ift, Derartige ‚Bu- 
wendungen anzunehmen; felbftverftändlich ift dies unbedingt zu verneinen, 
*all8 die Zuwendung al8 eine (menn auch verfchleierte) Beftehung zu erachten 
ft oder auch nur den Erfolg Haben Kann, die Erledigung des Yuftrags 
anumngunften des Auftraggeber8 zu beeinflutfen Dertmann a. a. ©). Eine 
befondere (der analogen Uusdehnung nicht zugängliche) Beftimmung in diefer 
Hinficht enthält GOB. 8 543. 
Mal. nunmehr auch S$ 12 des Neichsgef. gegen den unlanuteren Wett» 
bewerb vom 7. Juni 1909: 
„Mit Gefängnis bi8 zu einem Fahre und mit Geldftrafe bis zu 
5000 WM. oder mit einer diejer Strafen wird, foweit nicht nad) anderen 
Beftimmungen eine jdwerere Strafe verwirkt wird, beftraft, wer im 
zeihäftliden Verkehre zu Zweden des Wettbemerbes dem Angeltellten 
der Beauftragten eineS gefchäftlidhen Betriebs Gejchente oder andere 
Bortetle anbietet, veripricht oder gewährt, um durch unlanteres Verhalten 
je Angeftellten oder Beauftraglien bei dem Bezuge von Waren oder 
75%
	        
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