1260 VIL Aöjdhnitt: Einzelne Schuldverhältniffe.
mann-Silienthal S. 725, Neumann Note zu S$ 703; nad) Crome S 278 Anm. 48 foll der
Salt Dafür UN jein, daß fein Berichulden bei der Verzögerung vorlag; vgl
md) Sangen S. 123, RÖRN.-Comm. Bem. 2 und Pland Bem. 1 Hof. 3 und 2). Der
Beweis, daß die Anzeige wegen Vorliegens der Borausfebungen des S 703 Sag 2 nicht
erforderlich mar, obliegt dem Gafte.
„4. Yleber die Verjährung der dem Gafte nach den SS 701, 702 zuftehenden Urn-
iprüche f. Horbem. 4.
S 704.*)
Der SaftwirthH Hat für feine Forderungen für Wohnung und andere dem
Safte zur Befriedigung feiner Bedürfnijfe gewährte Leitungen, mit Einjhluß der
Auslagen, ein Pfandrecht an den eingebrachten Sachen des Saftes. Die für das
BPfandrecht des ,VBermiether8 geltenden VBorfchriften des $ 559 Sag 3 und der
88 560 bis 563 finden entiprehende Anwendung.
@. 1, 628; II, 644; III, 691.
Li. Grundgedanke, Nach 8 41 Nr. 5 der RD. ä. F. waren SGaftwirte hinfihtlidh
iOrer Forderungen für Wohnung und Bewirtung des SGaftes in Anfehung der von dem
Safte eingebrachten, von ihnen zurücbehaltenen Sachen den Hauftpfandgläubigern gleich
peftellt ({. unten Bem. 7), Außerdem hatten die meiften Landesgefeße den Saftwirten
and) außerhalb des Konkurfes gewifle Sicherungsrechte für die bezeichneten Sorderunge
gewährt; vgl. 3. B. Art. 140, 199 des bayrijhen Gejebe8 3. ANusf. der x und RD.
vom 23, Februar 1879 (aufgehoben durch Art. 166, XVI des hayr. AG. z. BGB. vom
9. Suni 1899), PER. IL 11 Tit. 8 S 455; über andere Mechte |. M. 11, 590 Note 1. Im
Anichluß an diejen MechtSzuftand gewährt S 704 dem Gaftwirte für gewifje Forderungen
ein BPfandrecdht an den eingebrachten Sachen des Saftes (M. 11, 590).
Daß der SGaftwirt nicht neben dem Brandrecdht aus S 704 das allgemeıne Vermieter“
pfandrecht gemäß $ 559 geltend machen kann, {teht außer Zweifel (Siher S, 12 F., Dert-
mann Bem. 4).
2. Die Berfon des Pfandgläubigers.
a NachH den Motiven (H, 591) Toll daz Pfandrecht des S 628 Gebt $ 704) nur
Saftwirten zuftehen, melde Jremde beherbergen. Noch weiter geht Fuld,
der (S. 261) das Pfandrecht lediglich den im $ 701 Abi. I Saß 1 bezeichneten
Berjonen, alfo denjenigen Gafjftwirten, melde gemwerbsmäßig
Hremde zur Beherbergung aufnehmen (f. Bem. IN, 2 zu S 701), ein-
räumen will (ebenjo Wland Bem. 1, Dertmann Bent. 1, Brückner, Miete
S. 189). Obwohl der Wortlaut des Gefeges für diefe einfhränkende Aus-
legung feine Stüße bietet, dürfte Re doch im Hinblid auf das Verhältnis
des 8 704 zu den vorhergehenden Baragraphen jür richtig zu erachten fein.
Den Leuten des Gaftwirt3 fteht für ihre Forderungen gegen den
Salt ein Pjandrecdht auf Grund des 8 704 nicht zu.
Neber die Frage, ob bei Zeffion der durch Pfandrecht geficherten A,
ES EED auf den Ermerbher der Korderung übergeht, 1. Bem. IM, 3
zu .
3. Gegenitand des PfandrechtS find die eingebrachten Sachen des Gafte3.
a) Durch diefe Ausdrucdsweife it außer Zweifel geftellt, daß Sachen, welche
nicht im CEigentume des Gajtes Iitehen, dem Mn des Gaft-
wirt nicht unterliegen (val. Bem. IV, 2 zu S 559; ebenfo Zuld S. 259,
Side Note 8, DVertmanın Bem. 2, Schollmeyer S. 141, Crome
278, Il, Langen S. 130 ff, Sturm S. 31, Siber a. a. ©. S. 12, 28 ff.
VPland Bem. 2, Goldmann-Cilienthal S. 726, Dernburg $ 353, VL; and.
nf. obne genügende Begründung Scherer Note 2 und in D. Yur.3. 1900
S, 203 Note 1).
Ueber den Begriff der „eingebhradhten Sadhen“ f. Bem. IN, 4 zu 8 701.
Ausgefhlofjen vom Pfandrechte des Gaftwirts find die der Vrändung
nicht unterlieagaendenr Sachen Ö. unten Bem. 5. al.
h)
*) Bal. GH. Siher, Das gefeglihe Pfandreht des Bermieter8, des VerpächterS 11n1d
des Safjtwirtes nad dem BGB. f. d. Deutihe Reich (Bd. V Heft 2 der von DO. Filcher
berausaeaeb. Abhandl. z. BPrivatr. und Rivilbrozek), Xena 1900.