Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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VIL Mofonitt; Einzelne Schuldverhältniffe. 
wird für die Annahme eines Gejelljchaftsvertrag8 hier erforderlich fein, daß 
ein gemneinfamer Zwec durch den Zufjanımenfhluß verfolgt wird, & SD 
billigerer Einkauf oder fonftige Borteile; val. hiezu Aunoke S. 14, auch Seuff. 
Mrch. Bd. 51 Mr. 104, 
Die Ausführung eines Auftrags „in Kompanie“ feitenz mehrerer 
SGejchäftsleute ift regelmäßig Keine gefellichaftlidhe Verbindung, vgl. YL®. 
Dresden, Jäch]. Arch. Bd. 1 S. 247. , 
Ein SGefellichaftsvertrag, der die Teilung des Mäklerlohns Für die 
Vermittlung eines Gyundiftücsverkaufs zum Gegenftande hat, muß 
zum Inhalte haben, daß die SGefellihafter den Verkauft in gleichartiger 
Stellung als Mitunternehmer fördern, Urt. d. U Oberit. 2®. vom 30. April 
1903 im „echt“ 1903 S. 291 und Sanımlung Bd. 4 In. F.) S. 294 ff. 
as bie fog. Kartelle anbelangt, d. h. Organijationen zum Zwede 
gemeinjamer Regelung der Produktion und des Ahfabes (vgl. 
Örunzel, Ueber Kartelle, Ketbıig 1902), {fo wird e8 biebei auf die tatfächliche 
Ausgeftaltung im Einzelfall ankommen, ob diefe al8 Gefellichaft des bürger- 
fihen KRechteS erfcheinen oder etwa auch al3 Verein 2. € kommt 3. 3. 
Häufig vor, daß die Kartellteilnehmer neben der in irgendeiner Handels 
rechtlichen Form organifierten Berkaufsftelle nod) befonders eine Gefell- 
[haft des bürgerlichen Rechtes bilden (3. B. die Zechenbefiber neben dem 
NRoeinijh-Weftfälifchen Kohlenfyndikat), Vol. KRundftein, Die Konkurrenz 
berbote in den Kartellverträgen, im Arch. f. bürgerl. R. Bd. 25 S. 94 ff. 
insbejondere S. 104 Anm. 32. Kohler (Enzyklopädie I 8 81 S, 696) nimmt 
an, daß die Verbindung dann gefellfhaftlich wird, wenn die Teilnehmer 
Vermögen zweds Erreichung eine8 Ziele zufammenfchieBen. Das Reichs 
gericht (f. Urt. vom 6. November 1902 RSS. Bd. 53 S. 19 ff.) ninımt ein 
quasis-gefellfhaftlidhes Verhältnis au dann an, wenn fein Ver 
mögen vorhanden ift, fo 3. 3. bei den Kartellen niederer Ordnung. Inu dem 
bezeichneten Falle handelte e8 fi um ein einfaches Preisfartell und der 
Vertrag beziweckte Keine Bermögensgemeinfchaft. Das RO. führt hiezw aus: 
Vereinigungen von Geiwerbetreibenden, die auf die Feltbaltung von Mindeit- 
preifen gegenüber den Äbnehmern der einzelnen Teilnehmer binwirken, {ind 
nicht SGejellfchaften im eigentlichen Sinne des Wortes; aber fie iteben 
diefen nach ihrer redhtlidhen Natur nahe. Von Wichtigkeit wird 
hier insbe]. die entiprechende Unmendung der VBorfchriften über ündigung 
[S 723], vgl. auch weiter unten und Vorbem. X.) In einer Entich. vom 
2. Sanırar 1909 Sur. Wichr. 1909 S. 134 Nr. 7 und RGOE. Bd. 70 
S. 166 ff.) werden bei Syndikaten zweds Preis- und Produktions- 
fontingentierung aber au RechtSfäße aus dem Gemeinfhaft8- 
rechte (8 743) herangezogen. Val. Dies ferner Xobhler „Aus dem Patent- und 
Ve Sief. 1 S. 86, Yolze Bd. 18 S. 402, 403 Ir. 669, Cohn in 
D. SIur.3. 1903 S, 13, Ueber Kartelle und ER ofen im 
„Hecht“ 1904 S. 233, Girfh in D. Jur.3. 1905 S. 62, Wolff, Die recht“ 
liche Natur der Kartelle, Syndikate 2. D. Kur.3. 1906 S. 645, Runditein 
im Arch. f. bürgerl. NR. Bd. 28 S. 126 (WNechtsformen in Frankreich), Levy, 
Rartell= und Truft-Literatur aus dem Sahre 1907, Bank-Urch. Bd. 7 S. 264, 
279, Düringer-Gachenburg, 2. Aufl. Bb. 2 S. 69 ff. Von Interelje {ft au 
bie dem Reichstag am 28, Nuvember 1905 bzw. 25. März 1906 überreichte 
„Denkffchrift über das Kartelliwvefen“, die u. a. 19 NOS. Über Streitfragen 
aus Kartellverträgen enthält (val. Neumann SJahrb. Bd. 5 S. 275), f. hiezu 
auch Siefmann, Die deutfehe Kechtfprechung über Aartelle nach der Denk 
IOrift der KeicdhsSregierung, Soz. Pr. 15. Jahrg. S, 850—852 und S. 873—875, 
Aufensfy, D. Sur. 8. 1909 S. 347, Die neuelte Denkffchrift der SL 
über Rartelle. Vol. außerdem Baumgarten und Meszleny, Kartelle un 
Trufts 26., Berlin 1906 und Fuld in HoldbeimsMSchr. Bd. 15 S. 36 (über 
Kündigung eines Kartell mit undeitimmter Dauer). Ueber Kartelle und 
VPreisirage, f. D. Iur.3. 1905 S. 1050. , 
Neber Örenzen der Bindung eines Kartell8= ıumd Gefellfchaftzmit- 
glieds8, insbe. UnsiGluß des KündigungSreht3 RNOGE, Bd. 73 S. 429. 
Mus der Praxis val. ferner: RNGE. in D. Jur.3. 1908 S. 137 Ver“ 
pflihtung bes VeräußererS, für das Sintreten feines Nechtsnach- 
folger8 in den Kartellverband zu forgen?), Warneyer Erg.=Bb. 1908 S. 11, 
auch 23. 1908 S, 62, 537, Recht 1908 Nr. 3012 (Uebergang der Kartellpflichten 
auf Sondernachfolger): NOS. Bd. 53 S. 19 (Rücktritt meaen Vereitelung des 
Qwmeda durch andere Teilnehmer). 
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