16, Titel: Leibrente. Borbemerkungen, SS 759, 760, 1371
SchuldrrerZ oder eines Dritten zu entrichten ijt, und der @©läubiger vor dem
Schuldner oder dem Dritten {tirbt. Nicht ausgefchloffen ijt, daß die Marimaljauer
der Rente an andere Zatjachen als das Leben einer Perfon GG. SB. Bers
5eiben des MentenempfängerS im Witweritande, Bolljährigkelt des Kenten-»mpfänger8)
gefnüpft werde (ebenfo Pland Bem. 2, a, Dernburg S 201, IV, 2;
and. Anf, Dertmann Bem. 1 und grundfäblich [jedoch unter Zulajjung, abmeihender
Nebenbejtimmungen] Urt. d. Reichsger. vom 12. Dezember 1907
ROGE. Bd. 67 S. 210). € kann aber auch vereinbart werden, daß die
Rente auf die Erben des Gläubigers übergehen Toll CM. IL, 638 |f.), Ueber
die Zuläftigfeit andermweitiger Nebenbeitimmungen f. Urt. d. OLG.
Braunfchweig vom 18. Mai 1909 Recht 1909 Nr. 2644. Für das Cr
öfchen der auf ®efeg berubenden Verpflichtung zur Entrichtung einer
Seibrente jind die einfehlägigen gefeßlidden Borfchriften En 0. 3 BD.
88 844, 1581, 1708; val. BMorbem. 2, b). Beruht die Gewährung der Leibvente
auf Schenkung, fo fommt au $ 520 in Betracht. ;
Sit nur der Betrag der Leibrente, nicht aber die Zeitperiode beftimmt, Fe
die der Betrag zu entrichten ift, fo ft nach der Auslegungsregel des Abi. 2
m Zweifel anzunehmen, daß der feftgefeßte Betrag all;ährliqh zu ent
cichten ift ©. II, 640; vgl. Jäch!. GB. 8 1154 Sat 1)]
. 2, Die Srone ob mit dem Ableben eine8 von mehreren Rentender
ES dejlen Rente in Wegfall kommt oder den anderen anwächtt, jo daß die
Rente voll bis zum Tode aller Berechtigten zu entrichten it (fog. „Tontinenvertrag” ;
val. Dernburg S 201, 1X, Sepp S. 22ff., Dertmann Bem. 2), kann nur nach dem Inhalte
desS einzelnen Vertrag8 beantwortet werden M. IL, 639; vgl. BLR. ZI I Lit. 11
SS 616, 617), In der DE STEH wurde beantragt, dem Abf. 1 die Worte bei:
Ach „Wird die Leibrente Chegatten gefchuldet, jo hat der Neberlebende im Zweifel
nur den AnfprucdH auf die Hälfte der teilbarenm Leijtungen“. Der Antrag wurde aber
abgelehnt, weil die Frage, vb nach dem Tode des einen Chegatten die Leibrente desfelben
dem anderen zufalle oder nicht, nach der Abfiht des Bertrag3 zu entfcheiden fei; fet diefe
nicht mit Beftimmtheit zu erkennen, {jo fomme S 414 (nun & 420) zur Anwendung, wonach
der Leibrentenanteil des Veritorbenen zuguniten des Schuldner erlöfhe (NMETK. 92).
Gaben mehrere die Leiftung einer Kente übernommen, jo Daften fie im
Zweifel als Gefamtichuldner (S 427); die Rente ift alio im Zweifel Ton voll zu entrichten,
al8 einer von ihnen Iebt (Dernburg & 201 Anm. 11, Schollmeyer_S. 165, RÖR.=xomm.
Bem, 3, Crome S. 609; val. BLM. II. I Tit. 11 8 617, Sepp S. 13).
83. Das BOSG. enthält feine hefonderen Beitimmungen für den Fall, daß der
Kentenfhuldner die Deit der Entrichtung der Leibrente dadırrch abkürzt, daß er denjenigen,
auf Ddefjen SebenZdauer die Kente geitellt ft, (vorfäßlich oder fahrläffig) tötet
oder, falls die Ytente auf fein eigenes Leben gefiellt it, durch Selbfitmorbd endigt oder
bie TodeSftrafe erleidet (M. II, 640 ff., IJacubezky, Bem. S. 148; vgl. PLR. ZL. I
Zit. 11.88 621 ff., Tächf. ©B. $ 1155 Sag 3). Für die Beantwortung der Srage ob in
einem folden Zalle die Mente fortzuentrichten ift, obwohl die N 4hres Crlöjchens
zingetreten ift, find die Beftimmungen der SS 162, 823, 826, 844 ent{heidend (vgl. hins
Achtlich der verfchiedenen Anfichten über dbiefe Fragen Sepp S. 98 ff, Wand Bem. 2, c,
Dertmann Bem, 1, Crome S. 609, insbef. Anm. 10, Dernbdburg $ 201, X, ®oldbmann-Qilienthal
S. 803 f., Endemann I 8 189 Anm. 20, Matthiaß S. 358, Ennecceru3 S. 488,
Kuhlenbeck Note 1, Fijcher-Genle Note 4, Schollmeyer S. 165 ff, CEkLeonhard S. 563,
Xofer in Oruchot, Beitr. Bd. 41 S, 306 {f., Ecciu8 a. a. OD. S. 23
Wird durch eine unerlaubte Handlung derjenige getötet, anf deffen
SebenSdauer die Rente geftellt it, fo hat der Rentengläubiger, weil durch die
Tötung nur mittelbar gelchädigt, gegen den Täter keinen Anfpruch auf CSchaden8=erfaß
(vgl. Bem. I, A, 4 zu 8 844; and. Anf. M. 11, 641; 1. auch Dertmann Bem. 1.
der den 8 162 analoa anwenden will.
a3
8 760.
Die Leibrente i{t im voraus zu entrichten,
Eine Geldrente ijft für drei Monate vorauszuzahlen; bei einer anderen
Kente beftimmt fi der Zeitabfehnitt, für den fie im voraus zu entrichten ft,
nach der Beichaffenheit und dem Awecke der Mente.