Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

18, Titel: Blüirgichaft. SS 767, 768. 1411 
zefhäft 3. B. wegen Sefchäftsunfähigkeit eines der Vertrag{Oließenden) 
1itig (val. MM. II, 662 ff) oder daß die Schuld des Gauptfchuldners 
yurch Erfüllung oder deren Surrogate) erlofchen ift. Er kann auch den 
Anfpruch des SGaupt{huldner8 auf Vertragsitrafe geltend machen (Urt. 
D. Heichsger. vom 26. Januar 1903 ROSE, Bd. 53 S. 256 ff.; and. Anf. 
land Bem. 1); er kann ferner Ermäßigung der Vertragsftrafe nach $ 343 
verlangen (ebenfo Nußbaum im fäch), Arch. Bd. 10 S. 353, DVertmann 
Bem. 2, e, d; and. An]. Bland Bem. 1, weil die Ermäßigung nicht im 
Wege der Einrede verlangt werden könne; |. hiegegen Bem. 4 zu S 343). 
/ Der Bürge kann daher auch geltend madhen, daß die Verbindlichkeit 
5e8 GauptfhuldnerS nicht beftehe; weil das fie begründende Nechtsgefchäft 
ınfechtbar und feitensS des Hauptichuldners angefochten, daher nach 
3 142 als nichtig anzufehen fei, und ebenfo, daß die Verbindlichkeit des 
SauptfchuldnerS infolge der von Ddiefem (oder dem Gläubiger) hetätigten 
Xufredh nung alS erlofchen gelte (S$ 389), Neber daS dem Bürgen zu« 
tehende Recht, die Befriedigung des Gläubiger8 wegen der dem Haupt- 
iOhuldner zuftehenden Befugnis zur Anfedhtung oder Aufredhnung 
ar berweigern, f. S 770 und Bem. hHiezu; über das Recht des Hürgen zur 
Aufrechnung mit einer ihm zuftehenden Forderung f. unter C. 
3 768 gewährt dem Bürgen die Befugnis zur Geltendmachung der dem 
Dauptfchulduer zuftehenden Sinreden, D. d. das Recht, die den Haupt“ 
Ouldner zur Verweigerung der Leiftung berechtigenden Tatfachen zu feinen 
genen ®unfiten geltend zu machen. 
x) Der Bürge kann insbefondere die dem Hauptfchuldner zuitehenden 
Finreden des Zurücbhehaltungsrecht8, des nicht erfüllten 
Bertrags (vgl. Crome S 296 Anm. 20, no im Urchiv_ ff. d. 
jivilift, Braxis Bd. 93 S, 121, Dertmann Bem. 2, &, 7, Niffen in 
Zur. Wichr. 1902 S, 460), der ungerecdhtfertigtenBereidherung 
za S 821 (Dertinann Ben. 1), der mangelnden Sicherheits: 
leiftung (f. 8 202 Abf. 2) geltend machen. 
SHinfichtlih der Sinrede aus & 379 Abf. 1, f. Bem, 1, a zu 
3 379; binfichtlıch der Geltendmachung des Wahlrecht58, des Ye: 
4immungSrecdht8 gemäß 8366 Wh. 1, des Rüctrittsrechts 
und des Rechtes auf Wandelung oder Minderung f. Sen. 3 
zu 8 770, binfichtlidh der Sinrede aus S 853 1. Bem. 1, a, & zu S 770. 
Auch die dem GHauptfchuldner zuftebende .Einrede der 
Stundung wirkt zugunjten des Burgen (vgl. Urt. d. Reidhsger. vom 
[4. Sanuar 1904 und vom 10. November 1904, ROES. Bd. 56 S. 310 {f., 
Bd. 59 S. 298 f., Urt. d. YLG. Breslau vom 16. Mörz 1903 Kfpr. 
>». DL®. Bd. 6 S. 450 ff). Muß dem befhränkenden Zufaße Daß 
X e Stundung nur zugunften des Hauptfchuldners wirken. foll) die 
Rechtswirkffamfkeit verfagt werden, fo it nicht etwa die Befdhränkung 
118 nicht erfolgt anzılehen, {ondern die Stundung hat überhaupt als 
zicht vereinbart zu gelten (|. daS ermähnte Urt. „D. Ieichsger. vonı 
14, Sanıuar 1904). Soweit durch eine dem SHauptihuldner nachträglich 
dewilligte Stundung die Rechtslage des Bürgen verfchlechtert wird, 
3raucht diefer die Vereinbarung nicht anzuerkennen (S 767 Ubi. 1 
Sa 33; |. Bem. 4 zu & 767 und die Dort erwähnten Entfheidungen). 
Ueber die Frage, inwieweit ein zwifchen Hauptfchuldrer und 
Sfäubiger ergangene8 Urteil oder abgejchlofener Brozeßvergleich 
gunfiten des Bürgen wirkt, f. Bem. 6 zu S 767 und die dort ermähnte 
Riteratur und Praxis. | 
Sinfichtlich der Verjährung f. zunächft VBorbem. 9 Aof. 3. Auf die 
Serjährung der Hauptverbindlichkeit fann fich gemäß SS 768 Ybf. 1 
Saß 1, 222 der Bürge (und zwar auch der felbitfhuldnerifche) auch 
dann berufen, wenn in der Richtung gegen ihn die Verjährung unter- 
ürochen ift (88 208 ff.; vgl. ROGE. Bd. 34 S. 158 ff). Anderfeits 
wirkt die Unterbrechung der Berjährung der Hauptver- 
bindlichkeit nicht gegen den Bürgen und die Unterbrechung der Ver: 
jährung der Bürgichaftsfchuld nicht gegen den Hauptfhuldner Me. 11, 
363; ebenfo Planck Bem. 7, Dertmann Bem. 1, Neumann Note 3, b 
nu: 8 765, Sildher-Genle Note 3, Urt. d. DLG. Kiel vom 27. Sep- 
tember 1906 Seuff. Arch Bd. 62 Nr. 79, Urt. d. OLG. Celle vonı 
£, April 1910 NRipr. d. OLG, Bd. 21 S. 208 H.; and. AUnf. Dern- 
ura, Büraerl. N. Bd. 1 S. 528 Unm. 4 und Kehbein Bd. 1 S. 3418: 
Ras
	        
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