‚550 VIEL AbjOnitt: Einzelne Sculdverhältniffe,
beanftandet., Wa3Z man lediglich im feiner Inbhabung habe, z. B. als Vermwahrer, als
Berwalter_fremden Vermögens, fönne nicht wohl zum Bermögen des Yuhaber8 gerechnet
werden. Habe jemand eine ihır angefallene Erbfchaft ausgejchlagen, jo habe diefe nie-
mals zu feinem Bermögen gehört, der nüchftberufene Erbe erlange fe nicht auS dem Ver“
mögen des Wusfchlagenden. Chenfo verhalte eS ih, wenn von zwei mit Unwachfungs-
recht eingefeßten Nacherben der eine die NMaherb{haft ausfohlage, Jo daß Ddieje ganz dem
anderen Macherben gebühre. Um auch diefe Fälle zu Ireffen, in denen daS Objekt der
Bereicherung, ohne bereit3 in das Vermögen des Kondiktionsberecdhtigten
übergegangen 3u fein, doch deffen VBermögensftand berühre, wurde die
Saflumg „auf deffen Koften“ gewählt. Die ebenfalls vorgefchlagene Zaffung: „von
Seite eine3 anderen“ murde abgelehnt, weil fie unter Umitänden zu undilligen Ergeb:
nifjen führe. Habe 3. B. der debitor cessus in Unkenntnis der Zeflion an den Zedenten
gezahlt, jo müjle die Mondiktion dem Zeffionar zuftehen, während fie nach diejem ÄAntrage
dem debitor cessus zuftehen mürde (BB. II, 684 ff.), Bal. hiezu Bland Bem. 1 zu S 818,
Dertmann Borbem. 2, b, Hartmann a. a. OD. S. 237 f., Mayr S. 192 ff, Urt. d. Reichsger.
„om 11. Dezember 1902 Sur. Wichr. 1903 Beil. S. 24.
Die Vermögensverfchiebung, zu deren Ausgleihung S 812 beftinunt ift, muß jidh
daher unmittelbar zwifihen den Barteien vollzogen haben (val. Borbem. 4, ferner
Urt, d. Neichsger. vom 15. Dezember 1904, 4. Mat 1905, 26. April 1907, 21. September
1908, Sur. Wichr. 1905 S. 80, 391, ROGOES. Bd. 66 S. 80, Bd. 69 S, 247, vom 10. Juni
1907 Di. f. RAU. Bo. 73 S. 177, vom 7. Mai 1908 Iur. Wichr. 19083 S, 432, vom
23. März 1910 ROGE. Bd. 73 S. 177, Urt. d. OLG. Karlsruhe vom 10. Mat 1906 Recht
1907 S, 181, Urt. d. DL. Kiel vom 8. Yanıuar 1908 Kipr. d. VLS. Bd. 18 S. 57 ff;
ebenfo Dertmann Borbem. 2, d; and. An]. Eunecceru8 S. 565 ff); fie liegt alfo nicht
bor, wenn die Seiftung infolge Vertrags mit einer Mittelsperjon gefchieht und gegen
diefe einen Unfpruch begründet (Mrt. d. KReidhsger. vom 6. Mai 1907 D. Jur.3. 1907
S. 965). Neber Erwerb durch eine Zwiihenperfon f. aud Urt. d. OLG. Karlsruhe
vom 14. Mai 1901 Kipr. d. VLG. Bd. 2 S, 505.
„Auf Koften“ bedeutet nicht notwendig: durch Geldaufwendung des anderen;
mmerbin fanıt eine Seiftung obne eigentlichen Bermögenswert den Anfpruch aus 8 812
2icht begründen, wenn je auf das Vermögen des anderen nicht einmal in Geftalt von
Erfparung notwendiger Ausgaben einwirkt (RONR.-Komm, Dem. 4, vol, binjichtlih der
N One FiSiOE. Räume Urt. d. Reichsger. vom 23. Wai 1903 Yur. Wichr. 1903
Beil. S. .
Neber den AnfyruhH auf Herausgabe des zur Bolziehung einer Auflage Zuge:
mendeten bei Nichterfüllung der Auflage f. Urt. d. Kammerger. vom 23. Februar 1906
Xfpr. d. DLSG, Bd. 12 S. 353 ff.
3, Durch den Gebrauch des Wortes „etwas“ bringt das Gejeß zum Ausdrucke,
daß S 812 in allen Zällen Anwendung finden kann, in denen durch den Nebergang aus
dem Vermögen des einen in das Vermögen eines anderen eine Berbefjerung der Ver»
mögenölage des leßteren eingetreten it (vgl. Borbem. 5, Mayr S. 113 ff leiten
S, 16 ff); biezu kann auch die bloße Nebertragung des Bejibe8 ausreichend fein (f. die
erwähnte Bordem.). AWuch auf den Fall einer unrichtigen Eintragung im Grund»
Huche dürfte $ 812 anwendbar jein (DVertmann Vorbem. 2, a, «, Achilles Note'2, c, Urt.
d. NMeichager. vom 7. Juni 1902 FJur. Wichr. 1902 Beil. S. 255; vgl. 8 894); über die
yrage der Unwendharkeit des S 812 auf ungeredhtfertigte Priorität im @Orund-
duch 1. Urt. d. Meichsger. vom 18. Wpril 1901 RGE. Bd. 57 S. 283). In Betracht
fommt biebei die Gefamtheit des Hinübergelangten unter gleichzeitiger Be-
cücdfihtigung der dafür gegebenen Werte und der auf dem Empfangenen ruhenden
Vaften (Urt. d. Reichsger. vom 14, März 1903 und vom 18. Mürz 1905, ROS. Bd. 54
S. 137 ff., Bd. 60 S. 291, fowie vom 29. AYpril 1904 Senff, Arch. Bd. 60 Nr. 35); val.
S 818 und Bem. hiezat.
. Die Bermögensmehrung kann auch in der Befreiung von einer Schuld be:
jtehen (Urt. d. Meichsger. vom 10. November 1902 Zur. Wichr. 1903 S. 8 ff. und vom
L. Dezember 1906 Gruchot, VBeitr. Bd. 51 S.. 966; Uber irrtümlich erfolgte Decdharge-
zrteilung gegenüber einen fchadenserfaßpflidhtigen Bormundfchaftarichter f. Urt. d, Reichsger.
vom 10. Suni 1902 Sur. Wichr. 1902 Beil. S. 255 f.; vol. auch Urt. d. Reichager. vom
2. März 1908 NOS. Bd. 68 S. 45 ff. über daS Verhältnis des S 812 zu S 844), des-
leiden in der Seijtung von Dieniten (Urt, d. Neichäger. vom 22. Oktober 1903 Jur.
Widhr. 1903 Beil. S, 142), in der Eriparung von Aufmendungen oder Koften
Urt, d. DLS®, Braunfhweig vom 12. November 1907 Ripr. d. VLG. Bd. 18 S. 48) und
dal.; val. Achilles Note 2, a und Neumann Note B, I, 1, der (Hierin wohl zu weitgehend)
uud abitrakte Willengerflärungen, wie die Einwilligung, die Genehmigung, die Adotretungs-
ınzeige des 8 409, als fondizierbar erachtet.