24, Titel: Ungerechtfertigte Bereiderung. & 816. 1565
vol. Dertmann in Bl. f. RA. Bd. 71 S, 284) einen rechtlidhen Vorteil
erlangt (vgl. Bd. V Bem. III, B-zu SS 2112).
BmwangSvollitredung. Bon großer praftijcher Bedeutung {ft
die Frage, vb die Vorfchrift des $ 816 Abf. 1 Sap 1 auch Anwendung
Andet, wenn dem Schuldner nicht gehöriges Geld durch den SGerichts-
vollzieher gepfändet und dem Gläubiger bebändigt worden {ft oder
Begenftände, die dem Schuldner nicht gehören, gepfändet und ver-
jiteigert wurden und der Srlds dem Gläubiger behändigt worden ift,
ob alfo folchenfall8 der Gläubiger dem Eigentümer jener Gegenitände,
der die Widerfpruchskflage nach S 771 ZBDO. zu Itellen unterlaffen
hat, zur Gerausgabe des Erlöfes verpflichtet it. Die Irage {Mt zu
jejahen: die Vorfchrift des $ 819 ZRO., wonach die Empfangnahme
des Erlöfes verfteigerter Sachen al8 Zahlung jeiten8 des Schuldners
ailt, feßt ein Mändungspfandrecht im Sinne des 8 804 ZRO. voraus
und ein dem Eigentümer gegenüber wirkffames Pfändungspfandrecht
wird bei Pfändung von Suchen, die dem Schuldner nicht gehören,
auch für den gutgläubigen Gläubiger nicht begründet, Jo daß diefer
jur Verfügung über die Sache durch Verfteigerung nicht berechtigt
ft; gemäß 88 1244, 1233 61, 2 erwirbt aber der gutgläubige Cin-
teigerer Eigentum an der berfteigerten Sache, daS auch dem früheren
Eigentümer gegenüber wirkfam tft; der Erlös der Verfteigerung
zr\cheint hiebet als „da8 durch die Verfügung Erlangte“; der Gläubiger
jeinerfeit$ ann gemäß $ 812 vom Schuldner Herausgabe der voll:
tredbaren Ausfertiqung verlangen (fo insbefondere Neumann Note IL,
l, a, « und Note IV, fowie in D. Jur.3. 1901 S. 16 ff, Landsberg
n ©. Iur.3. 1893 S. 143, Pland Bem. 1, Kuhlendeek Note 4, Achilles
Note 2, Goldmann-Lilienthal S. 871 Anm. 3, Mayr S. 286 ff, FUHer-
Denle Note 3, Dernburg $ 378 Ann. 3, Crome $ 321 Anm. 7,
Jeisner_ Note zu $ 816, Cd Lronbhard S. 595, OGrosfeld a. a. OD.
Urt, d. OLG. Stuttgart vom 22, März 1901 Iipr. d. DLG®, Bd. 2
S, 353 ff., Urt. d. OLG. Naumburg vom 4, März 1902 Seuff. Arch.
Bd. 57 Nr. 143, Urt, d. OLG. Dresden vom 22. Mair 1903 Recht 1904
S, 503, Urt. d. OLG. Frankfurt vom 27. Mai 1909 IlYfpr. d. DLG. Bd. 19
S, 155; and. Anf. Freund a. a. DO. S. 29 ff. und neuerdings DVertmann
m Archiv f. d. zivilijt. Praxis Bd. 96 S. 1 ff, Jowie im Komm. Bem. 1, b
nu 8 816, Teßterer tm wefentlidhen mit der Begründung, daß der GOläu-
biger, weil er feine Forderung verliere, nicht bereichert fei; allein von
ner „Bereicherung“ {ft im S 816 nicht die Ftede; gegen Vertmann,
jedoch mit abweichender Begründung, auch Wolff a. a. L. fowie Schö-
ninger a. a. D.; f. aud Sr. Schulz im Archiv f. d. zivilift. Praxis
Bd. 105 S, 409 ff, RG. Komm. Bem. 2, und die weitere bei DVert-
nann Bem. 1, b erwähnte Literatur; über die frühere Ichwankende
Braxis des Reichsgerichts |. NOS. Bd. 13 S. 180 ft.,_Yd. 40 S. 288 ff,
85.42 S. 90, Bd. 43 S. 179 ff.; vol. auch baya Oberft, LG. Bd. 2
5, 196 ff, 199 ff). Die hier vertretene Anficht wird insbefondere
uch geteilt vom NeidhSZgericht; val. Urt. vom 20, November 1905
ur. Wfchr. 1906 S. 15 .: „In der Tat liegt fowohl der allgemeine
Satbeftand des 8 812 BGB. vor, daß der Gläubiger, der nur ein
Recht auf Befriedigung anZ dem Vermögen feines Schuldners hat,
nf Roften des Eigentümer3 der Pfandftlicke etwas ohne rechtlichen
rund erlangt, alS auch der befondere des S 816 BOB., indem der
Sfäudiger, der durch den Gerichtsvollzieher dem Schuldner nicht
zebörige Gegenftände zum Zwece feiner Befriedigung nehmen und
verfteigern läßt, als Nichtberechtigter über Ddiefe Gegenftände eine
Verfügung trifft, die mit Rückhficht auf die Rechte des gel tigen
Srwerber3 dem Eigentümer gegenüber wirkffam if.“ Daß der Eigen-
ümer infolge unrichtiger NRechtsauffajfung zunächft der Zwangss
ooflftrecung nicht entgegentrat, begründet, wie das Reichagericht in
diefer Entfheidung zutreifend ausführt, nicht die Sinrede der Arglift.
Gegenüber dem fhlehtgläubigen ©läubiger Iteben
jemt früheren Eigentümer der verjteigerten Sache außer dem Un-
'pruch au3s 8 816 unter Umftänden auch die Unfprüche aus 8 687
Ubf. 2 oder $ 823 zu (). unten Bem. 4). ,
u Sit dem Einfteigerer bekannt oder infolge grober Fahr
[äffiafeit unbefannt, baß da8 ViändungsSpfandrecht des Gläubiger8