1594 VID Abijhnitt: Einzelne Schuldverhältniffe.
feiner Zaflung traglich erfdheine, ob alle RechtSgüter gedeckt feien; die Schlukklaujel „oder
ein Tone echt“ Ihließe fih an „Sigentum“ an und fönne daher enger verltanden
werden (B. VI, 200 ff). Ob vom Antragiteller oder von anderer Seite diefer Auffallung
entgegenaetreten wurde, ift auS den Prokt. nicht erfichtlich; jedenfallS aber wurde fie von
der Mehrheit der Aommijfion nicht geteilt.
Sm einzelnen ift folgendes hervorzuheben:
a) AS Verlegung des Leben3 erfcheint die BE alfo Mord (St@GB.
& 211), ZN (StGB. 58 212 ff.) und fahrläflige Zötung (St@B. $ 222).
Mol. über dieje Begriffe die Kommentare zum StB. Hinfichtlih der KürperverleBung
mit Todesfolge (St@B. 8 226) und anderer Straftaten, bei denen
der od des Verlebten einen Straferhöhungsarund bildet, f. Bem. IV zu
8 844. Ueber den Umfang des Schadenserfakes und die Verjon des Erfabberechtigten
|. S 844 und Beim. DHiezu.
Der Begriff der Verlegung des Körpers oder der GefundhHeit deckt
ih mit dem ftrafrechtlichen Begriffe der „Körperverlegung“ (St6OB.
88 92923 ff.; vgl. die Kommentare hbiezu; ebenfo Urt. d. Reichsger, vom 26. Januar
1909 Recht 1909 Yir. 1125). Daß unter & 823 Abf. 1 auch die Verlegung
der pfyhifden Gefundheit fällt und daß die Körperliche Gefundheit
au durch pfyYyhifdhe ESindrücde GG. DB. Schrecken) verlegt werden kann,
iteht außer SR (Crome S. 1018, Ruhlenbeck Note 5, Plane Bem. II, 1, c,
DYertmann Bem. 2, c, RKSOR-Komm. Bem. 5, Filher-Senle Note 4 und 5).
Ueber Infektion durch SGeidhledhtsverkehr f. unten unter B, 5 a. €.
Hinfichtlich derjenigen Straftaten, bei welchen die KRürperberlebung einen
Straferhöhungsgrund bildet {f. 3. 3. St@OB. 88 229 Ubi. 2, 239 Ui. 2),
gilt das aleiche wie im Falle der Tötung f. Bem. IV zu S 844).
Ueber den Umfang der Schadenserfaßpflicht |. 8S 842, 843, 815—847
und Bem. hiezu; über die Buße f. Borbem. XVI, 1, a.
AS VerleBung der Sreiheit im Sinne des 8 823 Ubi. 1 _erfcheinen nicht
oloß die Verbredhen und Vergehen wider die perfönliche Freiheit (St@G.
88 234—9241), fondern alle Eingriffe in die ungeftörte WillenSbetätigung,
alßo 3. B. au Zwang zur Ausibuug oder Nichtausiübung des Stimmrechts,
zur Niederlegung oder NYufnahmne der Arbeit bei Streiks, u. dal. (eben{o
Vi8zt S. 24 ff., Sildher-Henle Note 6, Planck Bem. II, 1, d, Kuhlenbed Note 6,
Crome S. 1018, Dernburg $ 390, II, Kober in Bl, 7. RAU. Bd. 64 S. 220;
zine engere Hırffallung vertreten Neumann Note B, IM, DVertmann Bem. 2, d,
ROR-Komm. Bem. 7, Goldmann Lilienthal S, 890 Ann. 48, Urt. d.
Reichager. vom 11. April 1901 RGE. Bd. 48 S. 114ff.; 1. auch Riezler
a. 0. ©. €. 246 und Urt. d. Neichsger. vom 27. Februar 1904 RNOGE. Bd. 58
S, 28, fowie vom 17. September 1908 ur. Wichr. 1908 S. 679). Ueber
Haftung des ArzteS wegen angeblich widerrechtlicher Unterbringung oder
Kelthaltung in einer Jrrenanftalt |. Urt. d. Neichsger, vom 30. Mai 1910
Warneyer Erg.-Bd. 1910 Ir. 279. Ueber das NedhHtauf Bereinsbildung
f. Bd. 1 S. 144 Biff. V, 2. HinfichtlihH des Umfangs der Schadenserfaßvflicht
1. 88 845—817 und Dem. hiezu.
Der Begriff des Eigentums ergibt fih auZ S 903 (f. die Bem, hiezu im
Bd. IN), Cine Verlegung des EigentumS wird nicht nur durch völlige Ber
jtörung oder Entziehung einer Sache (Sachbefchädigung, Diebftahl, Unter»
ichlagung; u €t0B. 88 303, 242, 246 und die Kommentare hiezw), jondern
auch durch Beichädigung (Sachbefhäbigung, |. St@B. S& 303 und die
Kommentare bhiezu) oder VBerunftaltung (Verringerung des Berfkehrswerts,
f. Urt. d. Meichsger. vom 15. März 1909 Yur. Wichr. 1909 S. 275) begangen
‘val. Urt. d. Meichsger. vom 9. Februar 1905 KOES. Bd. 60 S. 138 d Dinfichtlich
der Befhädigung eines Grundfticks durch hinüber gewehten Sand,
Jowie Urt. d. DLSG. Frankfurt a. M. vom 14. März 1907 Recht 1908 S. 125);
die bloße Gefährdung genügt nicht (MOR-Lomm. Bem. 8). Borausgefebt
wird {tet8 eine (unmittelbare oder mittelbare) Einwirkung aufdie Sache
felbit; wird obne Toldhe OS A die einem anderen gehörige Sache
(ediglich in ihrem Werte gemindert, {o legt zwar eine NMermögensbhefchäbigung
%. unten unter €, «), nicht aber eine Eigentumsverlebung vor (val. Urt. D.
eichager. vom 1. Movember 1906 NOS. Bd. 64 S. 251 ff). Nur beim
Borhandenfein einer derartigen Einwirkung (3. 5. Beläftigung durch Gefchrei,
unanftändige Lieder u. dal.) kann daher der Betrieb eines Bordell8 als eine
zemäß 8 823 Abi. 1 zum Schadenserfabe verpflidhtende BerleBung des Eigen:
tum8 am NMachbaranwefen erachtet werden (fo mit Itecht Urt. d, Reichsger.
bom 9. Anril 1904 ROSE. Bd. 57 S. 239 ff. und Kieler im „Recht“ 1901