95, Titel: Unerlaubie Handlungen. S 852. 1743
A nicht vorliegt (SS 829 [f. oben Bem. 2, c], 833 Saß 1, 835; RTIK. 117),
und für die Anfprüche der mittelbar Verlebten (SS 844, 845; Urt. d. NReichsger. vom
16. November 1918 ROES, Bd. 69 S. 428). Neber Berjährung des Unterlajfungs-
anipruchs 1. Urt. d. Meichs&ger. vom 22, Mai 1908 Hecht 1908 S. 467, über Verjährung
des Anfpruchs auf Schadenserfaß megen unzuläfliger Immiffionen (58 906, 1004) f. daS
nicht unbedenkliche) Urt. d. Reichsger. vom 21. Dezentber 1908 NOS. Bd. 70 S. 154 ff.
Anderfeits werden durch S 852 diejenigen Unfprüche nicht berührt, weidhe dem Werleßten
etwa auf Grund anderweitiger Beftimmungen 3. DB. nach den 58 985 ff.) zu-
iteben (De. 11, 743).
Aonkurriert mit dem Anfipruch au8 der unerlaubten Handlung ein
vertragsmäßiger Anfpru (f. Borbem. IIN, Io zieht die Verjährung Des Delilts-
anfpruchs nicht den Wegfall des vertraglichen Schadensanfpruhs nach fich; ke der diefer
Aujprücdhe folgt vielmehr hinfjidhtlih der Beriährung feinen be-
fonderen Beitimmungen (Urt. d. NReichsger. vom 26. April 1907 NOS. Bd. 66
S. 86 #). Die kurzen Verjährungsiriften der SS 558, 606 und 1057 greifen dagegen auch
dann Mlab, wenn der Anfpruch auf eine unerlaubte Handlung geftüßt wird (1. Bem. 4
zu 8558, Bem. zu S 606, Bem. 1 3u 5 1057, Urt. d. Neichsger, vom 8. Oktober 1907 RKROES.
Bd. 66 S. 363 ff, Urt. d. DLG. Köln vom 3. November 1904 Recht 1905 S. 16).
. 8. Unanuwendbar ijt S} 852 auf Anfprücdhe, Die nicht Kdeliktijdher Natur find
(j. Borbem. XIX, in8hefondere :
a) auf die Aufprücdhe aus S 618 (f. Bem, V, c, z S 618, Urt. d. DLG, Zwei:
brücden vom 29. November 1905 Itecht 1906 S. 50);
b) auf die Anfprücßhe aus HGB. SS 62 Aof. 3, 76 Abi. 1;
e) auf den Anfprudh aus argliftigem Verfhweigen eines Fehlers nad S 463
BOB. {f. das in Bem. 7 erwähnte Urt. d. Reichsger. vom 26. April 1907);
d) auf die Anfprüche aus 88 658, 606, 1057 BGB. (f. oben Bem. 7);
e) auf die Anfprücde aus ZPO. SS 302 AWof. 4, 600 Abf. 2, 717 bi. 2, 945
(ebenio ®oldmann-Lilienthal S. 929 Anm. 6, 1. auch Dernburg $ 395, VIL;
and. Anf. ROR Komm. Bem. 2, Urt. d. OLG. Breslau vom 12. Oktober 1907
Kipr. d. DUG. Bd. 15 S. 297 ff);
f) auf den Ausgleihungsanfpruch, der nach S$ 426 Ubi. 2 einem Oejamt-
fchuldner (S& 810 Abt. 1) gegen den anderen Zufieht (Urt. d. Reichsger. vom
16. November 1908 ROOTS. Bd. 69 S. 426 ff; 1. auch Urt. d Meichsger. vom
20. Sanuar 1910 Sur. Wichr. 1910 S. 255 Hinfichtlih des Ausgleichungs-
anfpruchs aus $ 840 Abt. 3).
9, Neber die dem BVerlesten zuftehende felbjtändige Einrede gegenüber einer
durch eine unerlaubte Handlung erlangten Zorderung f. & 853 und YBem. hiezu.
10. Borbehalt reis: und Tandesredhtlidher Borfehriften.
a) KeihZgefeblihe Borfdhriften, durch weldhe die Verjährung von
Anfprüchen aus den in diejen GefeBen befonders geregelten unerlaubten
Handlungen abweidhend von $ 852 normiert ift (vgl. 3. 3. S$ 21 des Gel.
gegen den unlauteren Wettbewerb vom 7. Suni 1909, 88 47 ff. des Kunfit-
Ichußgef. vom 9. Yanıar 1907, $ 14 des Automobilgef. vom 3 Mai 1909),
ofeiben nach Maßaabe des Urt. 32 ES. im Kraft (vgl. Borbem. XVI, 1;
f. auch Crome in D. IJur3. 194 3 15). Ueber das Verhältnis des S 852
zu 88 96 und 97 des früheren AInfallver].®. f. Urt. d. Reichsger. vom
22, Dezember 1904 und vom 18. Kanuar 1907, ROT. Bd: 59 S. 388 ff.
Bd. 65 S 107; f. auch Urt. d. Deo. Rarlöärube vom 23. Yanıar 1907
Recht 1907 S 511.
b) Cbenfo kann, foweit landes S efeblidhe Borfhriften aufrecht erhalten find
al. Borbem. XVI, 2), die Berjährung der Uniprüche auf CErjaß des aus
einer unerlaubten Handlung entftandenen Schadens abweichend von den
Srundfägen des S 852 geregelt werben (vgl. 3. B. preuß. AG. 3. GBO.
rt. 8 Sag 2, bayr. AUG. z. BOB. Art 58 Ubi 2, Art. 59 Yol. 4, Urt, 60
3b). 4 Sag 2, bayr. Beamtengef. vom 16. Wuguft 1908 Urt. 13 Wof. 3).
11. Nebergangszeit. Ueber die Frage, inwieweit S 852 auf Schadbenserfaß-
anfpriüche auS unerlaubten Handlungen, die vDr Snfrafttreten des BOB. begangen
find, anwendbar it, |. E®. Art. 169 und Bem. hiezu, Urt, d. NReichsger. vom 26. Yio=
bember 1907 ROES. Bd. 67 S. 141 K. und vom 7. Juni 1910 ROES. Bd. 73 S, 438 ff.